Sikorsky S-58C für die Flying Bulls

Jetzt kriegt Red Bull seine eigene Screaming Mimi

© David Kratschmann 9 Bilder

Für ausgefallene Luftfahrzeuge sind die Flying Bulls über die Grenzen Österreichs bekannt. Jetzt hat die Flugabteilung des Brauseherstellers mit der Sikorsky S-58C einen weiteren seltenen Helikopter bekommen – der ist obendrein ein ehemaliger Filmstar.

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Die Sikorsky S-58C ist eine eigenwillige Konstruktion: Angetrieben wird sie von einem Curtiss-Wright R-1820-84 Cyclone, der schräg im Bug des Helikopters installiert war. Darüber befindet sich das Cockpit, der Pilot sitzt beinahe direkt auf dem mehr als 1500 PS starken Neunzylinder-Sternmotor. 145 der Hubschrauber hatte die Bundeswehr im Einsatz. Doch weltweit bekannt wurde das Hubschraubermodell durch eine TV-Actionserie aus den 1980er Jahren: "Trio mit vier Fäusten", die Geschichte von zwei Vietnamveteranen und einem Computernerd, die zusammen eine Detektei in Los Angeles betreiben. Ihr ausgefallenes Fortbewegungsmittel: "Screaming Mimi", eine abgerockte S-58T, lackiert in Schweinchenrosa, mit weit aufgerissenem Maul und Augen als "Nose-Art".

Heeresflieger-Lackierung

Die Sikorsky S-58C, die künftig in der Flotte der Flying Bulls fliegt, kommt da deutlich seriöser daher: Der Hubschrauber mit der Seriennummer 58836 trägt auf der Rumpfseite die militärische Kennung PJ+366 und ist in den Farben der deutschen Heeresflieger lackiert.

Die Red-Bull-Sikorsky ist ein Filmstar

Dabei stand die S-58C nie wirklich im aktiven Militärdienst. Die Maschine wurde 1958 als N869 an Chicago Helicopter Airways ausgeliefert, diente da als Zubringer zwischen Flughäfen und Städten eingesetzt. Ab Juni 1963 war der Heli an die belgische Fluggesellschaft Sabena verleast, die ihn als Städteverbinder nutzte – bis Finanzschwierigkeiten der Hubschraubersparte ein Ende setzten und die S-58 eingelagert wurde. Schließlich wurde die S-58C 1969 als B15/OT-ZKP an die belgischen Luftstreitkräfte verkauft, die damit SAR-Einsätze durchführten. Sogar als Privatheli des belgischen Königs Baudouin hat der Hubschrauber einige Zeit gedient.

Nach der Ausmusterung des Typs aus den belgischen Diensten wurde die Maschine 1978 an die Meravo Luftreederei verkauft, die sie als D-HAUG registrierte. Wie "Screaming Mimi" ist auch die D-HAUG ein Leinwandstar, sie hatte Einsätze in mehreren britischen und deutschen Produktionen. So erhielt sie auch ihre Heeresflieger-Lackierung. Denn ihren Auftritt hatte die Sikorsky unter anderem im RTL-Streifen "Die Sturmflut". Während der Flutkatastrophe 1962 waren über Hamburg 96 der Transporthelis im Rettungseinsatz unterwegs.

Seit 1978 flog die S-58C mit der deutschen Registrierung D-HAUG

Seit Ende Januar trägt die Sikorsky wieder ihre ursprüngliche US-Registrierung N869, gefolgt von "RB", den Initialen der österreichischen Energydrink-Marke Red Bull. Jetzt wurde der Helikopter erstmals am Himmel über Salzburg entdeckt, am Sitz der "Flying Bulls". In Europa ist sie einzigartig, und selbst in den USA sind lediglich noch zwei weitere S-58C registriert.

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Die Bristol 171 Sycamore war bislang der einzige Red-Bull-Heli mit Kolbenmotor.
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Die ganz in Firmenfarben lackierte Bo 105C trägt in der Kennung die Initialen des 2022 verstorbenen Firmenchefs Dietrich Mateschitz.
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Die AS 350 B3+ „Ècureuil“ setzt Red Bull für Kameraflüge der Eigenproduktionen ein.
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Die Bölkow Bo 105S ist die verlängerte Version mit einem um 150 Kilogramm erhöhten Abfluggewichts
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Die Bell Cobra TAH-1F ist der Star auf jeder Airshow.
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Der Eurocopter EC 135 ist mit Baujahr 2006 eines der jüngsten Mitglieder der Red-Bull-Flotte.
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Ursprünglich wird die Bell 47 von einem Kolbenmotor angetrieben, der Red-Bull-Heli hat aber Turbinenpower!

Die Sikorsky ist der wohl spektakulärste Hubschrauber, den die Flugabteilung des österreichischen Brauseherstellers betreibt. Aber längst nicht der einzige: Mit ihr hat Red Bull nunmehr neun Helikopter in seiner Flotte.

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