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Erstflug vor 20 Jahren

Jubiläum: Eurofighter 2000 hebt ab

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Vor 20 Jahren, am 27. März 1994, startete der erste Prototyp des Eurofighters zu seinem Erstflug. Aufgrund des engen Zeitplans fand der Jungfernflug sogar an einem Sonntag statt.

Eurofighter-Erstflug vor 20 Jahren

Der erste Eurofighter: DA1 (Development Aircraft) in Manching. Foto: FR-Dokumentation

Nähere Details verrät der Originalartikel aus der FLUG REVUE 5/1994:

Am 27. März startete der erste Prototyp des Eurofighter 2000 in Manching zu seinem längst überfälligen Jungfernflug. Der erfolgreiche Erprobungsbeginn verleiht dem Programm neuen Schub, doch auf der politischen Ebene sind noch immer viele Fragen offen. Bis zum 15. April, so das magische Datum, musste der Eurofighter 2000 endlich in der Luft sein, sollte das angeschlagene Image der Industrie nicht weiter Schaden nehmen. Immerhin hatten die andauernden Probleme mit der Funktion der Flugsteuerungssoftware auch die engagiertesten Befürworter des besonders in Deutschland umstrittenen Programms ziemlich entnervt. Große Erleichterung herrschte daher sicher bei der Entwicklungsmannschaft, als der Leiter des Materialprüfwesens der Bundeswehr am 24. März die Flugfreigabe erteilte. Vorausgegangen waren umfangreiche Checks der Software auf den diversen Prüfständen ebenso wie im Flugzeug selbst.

Start zum Erstflug

Der Erstflug erfolgte schließlich nach weiteren Rollversuchen am Sonntag, den 27. März. DASA-Cheftestpilot Peter Weger hob die Maschine in Manching bei brauchbaren Wetterbedingungen von der Piste ab und blieb, begleitet von einer F-4F und einem Alpha Jet der WTD 61, eine Dreiviertelstunde in der Luft. Nach den Glückwünschen durch die zahlreich erschienene Prominenz wie Luftwaffeninspekteur Hans-Jörg Kuebart und DASA-Vorstandsmitglied Hartmut Mehdorn sowie Eurofighter-Chef McNaughton äußerte sich Weger zufrieden: "Das Flugverhalten des Eurofighter ist hervorragend, so wie ich es nach den vielen Teststunden im Simulator kenne und auch erwartet habe." Detaillierte Aussagen zu den Eigenschaften des neuen Jägers wird die Auswertung der Telemetriedaten bringen. Etwa 400 Parameter wurden während des Flugs vom Testzentrum in Manching direkt verfolgt, mehrere tausend nach der Landung ausgewertet. Nach Angaben der DASA sind zunächst etwa zwei Flüge pro Woche geplant. Der zweite Start erfolgte am 30. März. Am 6. April flog auch die DA2 im britischen Warton (Chris Jeo war 50 Minuten in der Luft); so dass mit einem zügigen Testfortschritt gerechnet werden kann. Die DA3, die bei Alenia in Turin steht, wird bis Jahresende in der Luft sein. Sie ist als erster Eurofighter mit dem EJ200-Triebwerk ausgerüstet, während DA1 und 2 das RB199-Triebwerk des Tornado eingebaut haben.

Fixierung des Programms

Bei den Tests wurde der Eurofighter DA1 von einer F-4F Phantom der WTD 61 begleitet. Foto: FR-Dokumenation

Während auf der technischen Seite Fortschritte gemacht werden, tut man sich mit der vertraglichen Fixierung der "Reorientierung" des Programms nach wie vor schwer. Immerhin haben die Inspekteure der Luftstreitkräfte Deutschlands, Großbritanniens, Italiens und Spaniens am 21. Januar in Madrid ein geändertes European Staff Requirement für die Entwicklung unterzeichnet. Es soll die Grundlage bilden für die Definition der Serienausführung des Eurofighter 2000, der ja auf Wunsch von Verteidigungsminister Volker Rühe deutlich billiger werden muss als das EFA. Erhebliche Schwierigkeiten sind auch zu erwarten, wenn es um die Arbeitsverteilung für die Serienfertigung geht. Diese wird sich an der jeweiligen Stückzahl orientieren, und da sind gegenwärtig Zahlen von 250 für Großbritannien, 120 bis 140 für die Luftwaffe, 130 für Italien und 87 für Spanien im Gespräch. Entscheidungen werden allerdings frühestens 1995 fallen.

Karl Schwarz

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