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Kampfflugzeuglegende wird zur bedrohten Spezies

F-4 Phantom im weltweiten Einsatz

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Einst war die F-4 das Rückgrat zahlreicher Luftstreitkräfte. Heute schwinden weltweit die Bestandszahlen. Aber dank verschiedener Maßnahmen zur Kampfwertsteigerung dürften einige Phantoms noch bis ins nächste Jahrzehnt hinein fliegen.

Von 1958 bis 1981 verließen 5195 Phantoms die Produktionslinien. Im Jahr 2012 waren davon weniger als 450 Exemplare noch im Dienst, und die Zahl geht weiter zurück. Allerdings hat der Mangel an finanziellen Mitteln in einigen Ländern die Beschaffungsprogramme für mögliche Nachfolger deutlich verzögert. Vielleicht bekommt die F-4 ja doch noch die eine oder andere Gnadenfrist. Heute fliegt die Phantom noch in acht Ländern: Ägypten verfügt über rund 30 F-4E. Wie viele davon aktuell einsatzbereit sind, ist nicht bekannt. Griechenland betreibt knapp 50 F-4E und RF-4E. Die F-4E durchliefen ähnlich wie die deutschen Maschinen ein Kampfwertsteigerungsprogramm, das auch das APG-65-Radar beinhaltet. Für Luft-Boden-Einsätze können sie auch den Laser-Zielbeleuchtungsbehälter Litening von Rafael einsetzen.

Im Iran sollen ungefähr 30 Exemplare der Versionen F-4D, F-4E und RF-4E aktiv sein. In Japan steht die Lockheed Martin F-35 als Nachfolger der rund 80 verbliebenen Phantoms (F-4EJ und RF-4E/EJ) fest. Der Beginn der Auslieferung war für 2016 geplant, aber dieser Termin dürfte nicht zu halten sein. Deutlich früher könnten die Aufklärer außer Dienst gestellt werden, da Ersatz in Form von mit Aufklärungsbehältern ausgerüsteten F-15 Eagle bereitsteht.

Über ebenfalls knapp 80 Exemplare verfügt Südkorea. Den Großteil davon bilden F-4E, aber noch fliegen einige sehr betagte RF-4C. Die F-4D wurde schon im Juni 2010 außer Dienst gestellt. Die Suche nach einem Nachfolger läuft weiter.

Modernisierungsprogramme in der Türkei

Am längsten wird die Phantom wohl in der Türkei fliegen. Das israelische Unternehmen IAI hatte 54 Jets für Präzisionsangriffe modernisiert, die – wie der Name F-4E Terminator 2020 schon sagt – bis ins nächste Jahrzehnt fliegen sollen. Aber auch 16 bei der 112. Filo als Jäger eingesetzte Phantoms erhalten als Übergang bis zur Lieferung der F-35 eine Frischzellenkur unter der Bezeichnung F-4E/TM Sinsek. Neben Maßnahmen zur Lebensdauerverlängerung kommen verbesserte Avionik und ein GPS-Navigationssystem zum Einsatz. Das türkische Rüstungsunternehmen ASELSAN führt das Programm durch. Das erste Exemplar wurde am 2. März 2010 ausgeliefert. Ähnliche Verbesserungen erhalten auch 18 Aufklärer. Ihre Bezeichnung lautet RF-4E/TM Isik. Sie bekommen zusätzlich den Aufklärungsbehälter Elbit Condor II mit LOROP-Kameras und ein Radar mit synthetischer Apertur von Elta.

In den USA dagegen nähert sich das Ende der Phantom mit großen Schritten. Die letzte der insgesamt 318 QF-4-Drohnen ging Mitte Februar zur Umrüstung an BAE Systems nach Mojave. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für das Nachfolgemuster. Die erste QF-16 wurde bereits am 22. November 2012 zur Erprobung an die 53rd Weapons Evaluation Group auf der Tyndall AFB ausgeliefert. Bis 2015 soll die Fighting Falcon komplett übernehmen. Dann hat die Phantom auch in ihrer Heimat endgültig ausgedient. Aber nur fast: Die Collings Foundation betreibt nämlich weiterhin ihre zivil zugelassene F-4D.

FLUG REVUE Ausgabe 06/2013

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