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Leistungsschau in Hatzerim

Israels Luftstreitkräfte

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Seit mehr als 60 Jahren ist die Heyl Ha’avir in einer dauerhaften Einsatzbereitschaft wie kaum eine andere Luftstreitkraft.

Im Tiefflug donnern vier F-16C „Barak“ (Blitz) über der Wüste heran. Sekundengenau lösen die Piloten ihre Bomben aus und ziehen steil nach oben. Leuchtfackeln erhellen den Himmel und sollen den gegnerischen Luftabwehrraketen das Erfassen erschweren. Von hinten schleichen sich schon zwei Cobra-Kampfhubschrauber an. Am Horizont versucht ein feindlicher Panzer aus der Schusslinie zu kommen. Zu spät! Die Helikopter feuern TOW-Flugkörper ab. Während zwei Longbow-Apaches mit ihren Bordkanonen jegliche Gegenwehr unterdrücken, befindet sich schon eine C-130 im Anflug. Sofort nachdem der Transporter auf der Piste zum Stehen gekommen ist, springen Soldaten aus der geöffneten Ladeluke und sichern die Umgebung. Kurz darauf rollt die Hercules wieder an, der Pilot zündet die am Rumpf angebrachten Starthilfsraketen, und die große Maschine schießt steil in den Himmel.

Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen Einsatz, sondern um eine außergewöhnliche Leistungsdemonstration für geladene Gäste anlässlich der Graduierung des aktuellen Flugschülerlehrgangs und natürlich des Jubiläums „60 Jahre israelische Luftstreitkräfte“. Den hohen Stellenwert der Heyl Ha’avir belegt die Tatsache, dass zur Verleihung der Pilotenschwingen an die rund 50 neuen Besatzungsmitglieder sogar Verteidigungsminister Ehud Barak und Staatspräsident Schimon Perez zu Gast waren.

Bei der Vorführung auf dem Fliegerhorst in Hatzerim bei Beersheba zeigten die Israelis dementsprechend fast ihr gesamtes Typenarsenal. Die neueste Errungenschaft stellt die Lockheed Martin F-16I dar, die in Israel „Sufa“ (Sturm) genannt wird. Im Februar 2004 landeten die ersten von insgesamt 102 bestellten Exemplaren in Ramon. Die letzte von vier Staffeln wurde erst in diesem Sommer mit dem neuen Muster aufgestellt. „Die-Eine-Staffel“ hatte zuvor als letzte israelische Einheit bis zum 12. Mai 2004 die Phantom geflogen und war danach deaktiviert worden. Insgesamt besitzt Israel mit 362 beschafften Fighting Falcons die größte F-16-Flotte außerhalb der USA.

Abenteuerliche Entstehung der Luftstreitkräfte

Das zweite Einsatzmuster stellt die F-15 Eagle dar, von der sich rund 90 Jets verschiedener Versionen im Einsatz befinden. Das Flaggschiff bildet die für Luftangriffe optimierte F-15I „Ra’am“ (Donner), von der man aufgrund des hohen Stückpreises nur 25 Stück gekauft hatte. Sie fliegen seit Januar 1998 bei der Hammer-Staffel in Hatzerim. Sowohl F-15I als auch F-16I sind ausschließlich Doppelsitzer, da die Heyl Ha’avir zum Einsatz von Präzisionswaffen Zwei-Mann-Besatzungen bevorzugt.

Verglichen mit der heutigen High-Tech der israelischen Luft- und Raumstreitkräfte muten die Anfänge entsprechend den damaligen Umständen sehr abenteuerlich an. Am 10. November 1947 hatte die paramilitärische Untergrundorganisation Hagana eine Flugabteilung ins Leben gerufen. Zu den ersten Flugzeugen gehörten zwei deHavilland Tiger Moth. Unter strenger Geheimhaltung kamen die verschiedensten, meist zivilen Typen auf verschlungenen Pfaden nach Palästina. Zwei Tage nach der Ausrufung des Staates Israel am 14. Mai 1948 wurde aus der Sherut Ha’avir die Heyl Ha’avir, und am 28. Mai gründete das junge Land seine offiziellen Streitkräfte und damit auch die Luftwaffe. Die ersten Jäger waren in der Tschechoslowakei gekaufte Avia S-199 auf Basis der Messerschmitt Bf 109, die getarnt als Landwirtschaftsgerät eingeschmuggelt wurden. Sie sorgten für eine Wende im Unabhängigkeitskrieg: Die Ägypter standen schon 32 Kilometer vor Tel Aviv, als vier Avias die Truppen an der Brücke beim heutigen Ashdod angriffen. Die Ägypter waren so überrascht vom Vorhandenseins der Kampfflugzeuge, dass sie umkehrten. Seitdem haben die Luftstreitkräfte in Israel hohe Priorität.

FLUG REVUE Ausgabe 10/2008

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