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Phantom-Friedhof Jever

Phantom-Friedhof Jever: Ersatzteilgewinnung und Verschrottung

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Frisch aus der Fabrik landeten in den 70er Jahren alle F-4F Phantom in Jever. Dort bereitete sie die F-4-Schleuse auf den Dienst in Deutschland vor. Nun findet der Großteil von ihnen sein Ende ebenfalls in Ostfriesland. So schließt sich der Kreis...

Ab März 1974 kamen die ersten McDonnell Douglas F-4F zu einem Einsatzverband nach Deutschland. Damit befindet sich die Phantom länger im Dienst bei der Luftwaffe als jedes andere Kampfflugzeug zuvor. Probleme mit der Verfügbarkeit von Ersatzteilen gab es zuletzt nicht. Dafür sorgten die Spezialisten der Luftwaffeninstandhaltungsgruppe 21 in Jever im Rahmen der Hochwertteilegewinnung.

Das Waffensystemkommando in Köln-Wahn identifizierte die zu gewinnenden Bauteile – pro Flugzeug insgesamt 288 Stück. Der Schwerpunkt lag auf Hydraulikelementen, Zellenbauteilen, Elektronikgeräten und Fahrwerkskomponenten. Die erste Phantom (Kennung 38+05) ging am 29. September 2005 in diese Hochwertteilegewinnung.

Kam eine Maschine nach ihrem letzten Flug in Jever an, stand zunächst eine gründliche Überprüfung an, da sich manche Komponenten nur in flugfähigem Zustand kontrolliert lassen. Danach wurde die Phantom enttankt und in einem Shelter geparkt, bis sie an der Reihe für die Ausschlachtung war. Die Techniker bauten jedoch nicht immer alle 288 Teile aus, sondern nur diejenigen, die den Funktionstest bestanden hatten und keine zu hohe Stundenbelastung aufwiesen. Der Prozess dauerte rund zwei Monate.

Der Resttorso des ehemaligen Jägers gilt dann als Schrott und wird von der Verwertungsgesellschaft des Bundes (VEBEG) als solcher an entsprechende Unternehmen aus ganz Europa versteigert. Meist erfolgt der Verkauf in Paketen von acht oder zehn Maschinen (circa 40 bis 50 Tonnen), die vor der Abholung in Jever noch durch das Durchkneifen des Rumpfes mittels Hydraulikscheren demilitarisiert werden müssen. Die Luftwaffe selbst darf keine Teile an Privatpersonen abgeben.

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