Zerlegung in Teruel

Deutschlands Ex-Regierungs-A340 wird geschlachtet

© Markus Altmann 14 Bilder

Sie strandete 2023 mit Annalena Baerbock in Abu Dhabi – und brachte so das Fass zum Überlaufen. Die VIP-Karriere der A340 16+01 und ihrer Schwester 16+02 war danach schnell beendet. Jetzt trat die 16+01 ihren letzten Flug an: zum Schlachter nach Spanien.

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Jahrelang war sie am Flughafen Köln-Bonn ein alltäglicher Anblick: Unzählige Male startete die A340-300 mit der Bundeswehr-Kennung 16+01 zwischen 2011 und 2023 von Köln aus zu Flügen im Auftrag der Bundesregierung – und brachte Minister, Kanzler und Präsidenten in alle Ecken der Welt. Doch im vergangenen Jahr endete ihre Laufbahn. Auf Geheiß der Politik stellte die Flugbereitschaft die 16+01 und das Schwesterflugzeug 16+02 wegen neuerlicher Pannen aufs Abstellgleis.

© Luftwaffe

Blick in den Konferenzraum der A340 16+01. Die Regierungsjets waren in den vergangenen Jahren mehrfach wegen Pannen in den Schlagzeilen.

Letzter Start in Köln

Während die 16+02 schon kurz darauf, im September 2023, in die USA verkauft wurde und aktuell – mit ungewisser Zukunft – in Roswell parkt, blieb die 16+01 zunächst in Köln. Sporadisch hob sie fortan noch zu Testflügen ab, während im Januar über eine Vebeg-Auktion ihr Schicksal besiegelt wurde: Lufthansa Technik kaufte den ausrangierten VIP-Vierstrahler, mit dem ausdrücklichen Ziel, ihn auszuschlachten. Jetzt, am 15. Mai, schlug der 16+01 schließlich das letzte Stündlein. Ohne große Ankündigung startete die A340 zum letzten Mal in Köln, um ihre Heimat Richtung Spanien zu verlassen. Ziel des Fluges war Teruel, Europas größter Flugzeugparkplatz, wo der Verwerter Tarmac Aerosave reihenweise Airliner zerlegt.

© Bundeswehr
Deutsche Regierungsjets Der Kanzler-Airbus und sein Gefolge

Zerlegung steht an

Unter der Sonne Aragoniens, die im Jahr an 200 Tagen scheint, wird somit bald auch die 16+01 ihr irdisches Dasein als Flugzeug aushauchen. Der Flug zum Schlachthof erfolgte zwar noch in der Verantwortung der Bundeswehr, die formelle Übergabe des Flugzeugs an Lufthansa Technik dürfte aber zeitnah stattfinden. Wenn die 25 Jahre alte A340, Seriennummer 274, Teruel wieder verlässt, dann nicht mehr in einem Stück, sondern nur noch in Einzelteilen. Die Bundesregierung setzt im Langstreckenbetrieb derweil voll auf den Airbus A350, von dem aktuell zwei Exemplare im Einsatz sind. Das dritte, Kennzeichen 10+03, befindet sich noch zum Kabinenumbau bei Lufthansa Technik in Hamburg.

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