11.05.2015
FLUG REVUE

Militärtransporter in Spanien verunglücktUpdate: A400M in Sevilla abgestürzt

Es ist der erste Absturz eines Airbus A400M: Am Samstag ist in Sevilla ein für die Türkei vorgesehener Militärtransporter (MSN023) kurz nach dem Start auf ein Feld gestürzt. Vier der sechs Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.

Airbus A400M Absturz Sevilla 09052015 - Absturzstelle (Foto: Feuerwehr Sevilla)

Die Flughafenfeuerwehr und andere Hilfskräfte waren sehr schnell vor Ort. Foto und Copyright: Feuerwehr Sevilla  

 

Update 10.05.2015, 17:00 Uhr: In Sevilla ist gestern ein Militärtransporter vom Typ Airbus A400M abgestürzt. Die Maschine mit der Seriennummer MSN023 hob mit der Flugnummer CASA423 um 12:54 Uhr Ortszeit vom Flughafen Sevilla San Pablo auf der Bahn 09 nach Osten zu ihrem ersten Flug ab. Kurz danach gab die Besatzung einen Notruf ab und versuchte zum Platz zurückzukehren (offensichtlich Landerichtung 27). Allerdings stürzte der viermotorige Militärtransporter etwa drei Kilometer nordöstlich der Bahn gegen 12:58 Uhr auf ein Feld. Dabei streifte er offenbar eine Hochspannungsleitung.

Die Flughafenfeuerwehr und andere Hilfskräfte waren sehr schnell vor Ort. Sie konnten aus dem brennenden Flugzeug zwei Überlebende bergen, die allerdings in kritischem Zustand sind. Sie wurden per Hubschrauber auf die Intensivstationen in den Krankenhäusern Virgen del Rocío und Virgen Macarena gebracht.

Zunächst war man von acht bis zehn Insassen ausgegangen. Doch nach bestätigten Angaben von Airbus Defence & Space waren sechs spanische Mitarbeiter des Unternehmens an Bord (Pilot, Copilot, Flugingenieure). Die Bilder von der Absturzstelle zeigen, dass die A400M fast vollständig zerstört ist. Die Überreste des Flugzeugs sind auf einen begrenzten Raum verteilt. Nur die Cockpitsektion, Triebwerke, Fahrwerksteile und das Höhenleitwerk sind noch zu erkennen.

Da die Flughafenfeuerwehr im Einsatz und somit am Platz nicht verfügbar war, wurde der Flughafenbetrieb um 13:15 Uhr vorläufig eingestellt. Drei Flüge wurden nach Jerez de la Frontera und Málaga umgeleitet. Der erste Start für fünf verspätete Flüge war wieder um 14:50 Uhr.

Am Sonntagmorgen wurden nach offiziellen Angaben Stimmen- und Flugdatenrekorder aus den Trümmern geborgen. Sie weisen allerdings "erhebliche Schäden durch den starken Aufprall und das anschließende Feuer" auf.

Nach Angabe von lokalen Medien, die sich auf offizielle Stellen berufen, handelt es sich bei den beiden Verletzten um José Luis Augusto und Joaquin Anaya Muñoz. Bei dem Absturz kamen Manuel Regueiro, Gabriel García Prieto, Jaime de Gandarillas und Jesualdo Martinez ums Leben. Martinez war Kommandant. Er fungierte nach seiner Zeit bei den spanischen Luftstreikträften bei Airbus zunächst als Testpilot für die P-3C Orion und wurde vor kurzem auch ins A400M-Testteam integriert.

Der Airbus A400M wird in Sevilla endmontiert. Es ist der erste Absturz einer A400M. Bislang sind zwölf Exemplare dieses Typs an Betreiber ausgeliefert worden. Auch die Bundeswehr hat einen Airbus A400M in ihrer Flotte.

Die Luftwaffe hat nach Bekanntwerden des Unglücks am Samstag vorerst alle Flüge im Rahmen der Truppenerprobung ausgesetzt. Auch die Royal Air Force und die anderen Nutzer werden nach Informationen vom Sonntag den Militärtransporter vorerst nicht fliegen. Bei der Armée de l´Air seien aber in sehr dringenden Fällen Einsätze möglich, sagte Verteidigungsminister Yves Le Drian.

Der abgestürzte Airbus A400M war für die türkischen Luftstreitkräfte vorgesehen. Als formales Lieferdatum hatten Airbus und der Kunde den Juni 2015 ins Auge gefasst.



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