30.09.2013
FLUG REVUE

Airbus-Militärtransporter für die Armée de l'AirA400M: Übergabefeier in Sevilla und Orleans

Großer Tag für Airbus Military: In Sevilla fand am heutigen Montag die offizielle Übergabefeier der A400M an Frankreich statt. Am Nachmittag gibt es auch bei der Armée de l´Air in Orleans-Bricy eine Zeremonie.

Airbus A400M Sevilla Übergabe Armée de l Air

Die französischen Luftstreitkräfte haben ihre erste A400M übernommen. Foto und Copyright: Karl Schwarz  

 

Die Feierlichkeiten hatte man auf die Zeit nach den französischen Sommerferien verschoben, denn die Übergabe der ersten A400M (MSN7) und der Überführungsflug datieren bereits vom 1. August. Dieses Flugzeug bleibt auch in Orleans, so dass in Sevilla die ohne Hoheitsabzeichen präsentierte MSN8 im Rampenlicht stand.

Nach der Feier, die von Airbus Military im Internet per Livestream übertragen wurde, flog die französische Delegation unter Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian im A400M-Prototyp MSN6 nach Orleans. Dort wurde die MSN7 auf den Namen „Ville d´Orleans“ getauft.

In Orleans mit dabei ist auch Karl Müllner, der Inspekteur der Luftwaffe. Er unterschrieb mit seinem französischen Kollegen Denis Mercier einen Partnerschaftsvertrag betreffend die Ausbildung für den neuen Militärtransporter.

Demnach wird die Ausbildung von Technikern ab Sommer 2015 gemeinsam in Wunstorf durchgeführt. Auch die Umschulung auf die A400M für deutsche und französische Piloten findet dort statt. Das taktische Training der Luftfahrzeug-Crews ist dagegen von Orleans aus (ab 2014 für Frankreich, ab 2018 auch für deutsche Besatzungen).

Frankreich steht derzeit mit 50 A400M Atlas in der Kundenliste. Der neue Verteidigungsplan (Loi de Programmation) sieht allerdings eine sehr gestreckte Auslieferung bis nach 2025 vor. Bis 2019 will man nur 15 Maschinen in Dienst stellen. Ob alle 50 A400M bei der Armée de l´Air betrieben werden ist unwahrscheinlich, denn neuerdings spricht das Verteidigungsministerium in Paris von einer künftigen Transporterflotte, die 50 Flugzeuge umfasst und aus der A400M und anderen Mustern besteht. Gerüchteweise ist von 35 A400M die Rede.

Ungeachtet dieser langfristigen Unsicherheiten hebt das französische Verteidigungsministerium die Bedeutung der A400M für die einheimische Industrie hervor. 12000 Arbeitsplätze hingen direkt mit dem Programm zusammen, an dem über 80 vorwiegend mittelständische Unternehmen beteiligt seien.

Sehr wichtig ist die A400M auch für die Region Andalusien, die den Ausbau der Luftfahrtindustrie zu einer ihrer Prioriäten gemacht hat.

Während die Redner wie Eric Huybrechts von der OCCAR und Urena-Raso als Chef von Airbus Military die A400M als neuen Maßstab im militärischen Transportmarkt lobten und allen Beteiligten zum Erfolg gratulierten sagte EADS-Chef Thomas Enders, er hoffe, aus den Schwireigkeiten des Programms werde man bei Industrie und Politik die „richtigen und offensichtlichen“ Schlüsse ziehen.

Laut Enders darf man keine unrealistischen Zeitpläne mehr aufstellen, der Rückfluss an die Partnerländer darf nicht mehr die Verteilung der Arbeitspakete an die kompetentesten Firmen behindern und man brauche endlich eine militärische europäische Zulassungsbehörde analog zur EASA.



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