01.09.2012
FLUG REVUE

A400M verzögert sich weiter

Airbus Military musste am Freitag einmal mehr eine Verzögerung beim notorischen Problemprogramm A400M eingestehen. Schuld sind wieder nötige Änderungen am TP400-D6-Triebwerk.

A400M Flug LiRe

Das Problemprogramm A400M muss wegen Triebwerksproblemen eine weitere Verzögerung hinnehmen (Foto: Airbus Military).  

 

Nachdem während der Funktions- und Zuverlässigkeitstests (F&R) mit dem Prototyp MSN6 wiederholt Metallspäne im Ölsystem aufgetaucht waren hat die gründliche Untersuchung nun ergeben, dass sie von einer Abdeckplatte im Propellergetriebe stammen.

Europrop International (EPI) war daher gezwungen, eine Umkonstruktion vorzunehmen, die sich laut Airbus Military nun in der Validierung befindet. Sollte sie bestätigt werden, folgt die Umrüstung aller Triebwerke von MSN6 sowie aller sonstigen Serienmotoren, die zurück an den Hersteller geschickt wurden. Einen genauen Zeitplan für die Arbeiten gibt es noch nicht, außer dass EPI das Problem „so schnell wie möglich" beheben will.

Als Folge wird sich die zivile Musterzulassung und die militärische Initial Operating Capability (IOC) nun „in das erste Quartal des nächsten Jahres" verschieben, gefolgt von ersten Lieferung an die französischen Luftstreitkräfte (MSN7) im zweiten Quartal 2013. Damit ist die Ankündigung, „drei Jahre nach Erstflug" (also im Dezember 2012) zu liefern hinfällig. Die Glaubwürdigkeit des Herstellers bei den Kunden dürfte so auf dem Nullpunkt sein.

Airbus Military will nach wie vor vier Flugzeuge im Jahr 2013 liefern. Es ist eine leichte zeitliche Auswirkung auf die Lieferung des zweiten französischen Flugzeugs (MSN8) zu erwarten, während MSN9 (das erste türkische Flugzeug) und MSN10 (das dritte für Frankreich) wie geplant Ende des Jahres 2013 übergeben werden sollen.

Technisch sind die ersten drei Kundenflugzeuge nun in der Endmontage in Sevilla und weitere zehn Flugzeuge sind in verschiedenen Stadien der Produktion.



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