04.07.2017
FLUG REVUE

Neue Anti-Schiffsrakete von MBDADGA-Dauphin testet Sea Venom/ANL

Im Juni hat ein Hubschrauber der französischen Testbehörde DGA erstmals eine neue Anti-Schiffsrakete Sea Venom/ANL von MBDA testweise verschossen.

MBDA Sea Venom erster Testschuss DGA Dauphin

Ein DGA-Testhubschrauber hat im Juni erstmals den neuen MBDA-Seezielflugkörper Sea Venom/ANL verschossen. Er findet sein Ziel mit Hilfe eines Infrarot-Suchkopfes auch in komplexen Küstenabschnitten. Foto und Copyright: MBDA  

 

Der erste Testabschuss durch einen Dauphin-Hubschrauber der militärischen Beschaffungsbehörde "Direction Générale de l’Armement" sei im Juni erfolgreich über dem französischen Mittelmeer-Testgelände Île du Levant bei Toulon erfolgt, meldete MBDA am Dienstag. Damit habe der neue britisch-französische Seezielflugkörper einen wesentlichen Meilenstein erreicht. Der 100 Kilogramm schwere Flugkörper Sea Venom/ANL soll einmal die Sea Skua und AS15TT ersetzen.

Frank Bastart, Sea Venom/ANL-Programmchef bei MBDA, sagte: "Der Testschuss war ein voller Erfolg. Wenn Sea Venom/ANL einmal in Dienst gestellt wird, steigen die Fähigkeiten der französischen und britischen Streitkräfte deutlich." Die beiden Partner hatten das Programm 2014 gestartet und gleichrangige Arbeitsteilung vereinbart. Dazu wurden in beiden Ländern Exzellenzzentren für Raketentechnologie aufgebaut.

Sea Venom/ANL soll aus sicherer Entfernung Seeziele vom leichten Speedboot über mittlere Schnellboote bis hin zu Korvetten bekämpfen und eignet sich auch zur Küstenverteidigung. Ein Infrarotsuchkopf ermöglicht "Fire-and-forget"-Schüsse ohne nachträgliches Eingreifen. Mit seinem 30-kg-Sprengkopf erreicht der Flugkörper Reichweiten von rund 20 Kilometern. Er kann dabei automatisch Flugprofile abfliegen, darunter Tiefstflug, und lässt sich als Salve abfeuern. Ein Zwei-Wege-Datenlink sendet die Infrarot-Bilder des Suchkopfs an den Trägerhubschrauber, so dass dessen Operator während der gesamten Flugdauer eingreifen und nachträglich noch ein abweichendes Ziel zuweisen kann.

Vize-Projektleiter Paul Goodwin sagte: "Der erste Schuß war keineswegs übervorsichtig. Wir haben das System bereits an den Rand seiner Reichweite gebracht. Das zeigt, wie zuversichtlich wir hinsichtlich der Reife sind. Als nächsten Schritt testen wir Eingriffe durch den Operator." Großbritannien will seine Raketen vom Hubschrauber AW159 Wildcat einsetzen. Frankreich plant dagegen, die Flugkörper vom künftigen Hélicoptère Interarmées Léger (HIL) zu verschießen. Auch mit klassischen Lynx soll die Sea Venom/ANL getestet werden. MBDA gehört Airbus (37.5 Prozent), BAE Systems (37.5 Prozent) und Leonardo (25 Prozent).

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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