24.09.2018
FLUG REVUE

Projekt Air 2030 Schweiz sucht neues Luftverteidigungssystem

Die armasuisse hat die erste Offertanfrage für ein neues bodengestütztes Luftverteidigungssystem grösserer Reichweite (Bodluv) übergeben.

SAMP/T Teststart 2015 DGA

Zu den Konkurrenten um ein neues Luftverteidigungssystem für die Schweiz gehört auch SAMP/T von Eurosam mit der Aster-Lenkwaffe (Foto: DGA).  

 

Die Ausschreibungsunterlagen gingen am Freitag an die Regierungsstellen der drei in Frage kommenden Herstellerfirmen: Frankreich (Eurosam SAMP/T), Israel (Rafael David's Sling) und die USA (Raytheon Patriot).

Die durch die Regierungsstellen angeschriebenen Hersteller können armasuisse bis Ende März 2019 ein Angebot unterbreiten. Anschliessend analysiert armasuisse die Angaben der Hersteller und verwendet wie bei der Evaluation des neuen Kampfflugzeugs die folgenden gewichteten Hauptevaluationskriterien: Wirksamkeit (operationelle Wirksamkeit, Einsatzautonomie) 55 Prozent; Produktsupport (Wartungsfreundlichkeit, Supportautonomie) 25 Prozent; Kooperation 10 Prozent; Direkte Offsets 10 Prozent.

Um die Kandidaten vergleichen zu können, stellt armasuisse den Gesamtnutzen des bodengestützten Luftverteidigungssystems grösserer Reichweite den Beschaffungs- und Betriebskosten gegenüber.

Für Spätsommer 2019 plant armasuisse die Erprobung der Radarsensoren jedes Systems in der Schweiz. Die Fähigkeiten der anderen Hauptkomponenten, wie beispielsweise der Lenkwaffen und des Führungssystems, analysiert armasuisse aufgrund weiterer Daten, die entweder in der Schweiz oder, wenn notwendig, in den jeweiligen Herstellerländern gewonnen werden.

Wie beim neuen Kampfflugzeug übergibt armasuisse im November 2019 den Regierungsstellen des neuen bodengestützten Luftverteidigungssystems grösserer Reichweite eine zweite Offertanfrage, die mit den gesammelten Erkenntnissen und Daten verfeinert ist. In dieser werden die Hersteller aufgefordert, armasuisse bis Ende Mai 2020 die für die Schweiz vorteilhafteste Offerte zu unterbreiten. Mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen entsteht bis Ende 2020 der Evaluationsbericht, der anschliessend dem Bundesrat zur Typenwahl unterbreitet wird.

Seit der Ausserdienststellung der BL-64 Bloodhound im Jahr 1999 besteht eine Lücke bei der bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite. Mit der bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite können grosse Räume effizient abgedeckt werden und mit wenigen Stellungen lässt sich der Grossteil der stark besiedelten Gebiete der Schweiz schützen. Der Einsatz von bodengestützter Luftverteidigung grösserer Reichweite und Kampfflugzeugen im selben Raum ist effizient und entlastet die Kampfflugzeuge. Die bodengestützte Luftverteidigung grösserer Reichweite ermöglicht einen permanenten Schutz; die Kampfflugzeuge können je nach Lage in erhöhter Bereitschaft am Boden bereitstehen und erst im Bedarfsfall eingesetzt werden.



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