28.02.2018
FLUG REVUE

Absturz in MaliTiger: Autopilot schaltete sich ab

Das Verteidigungsministerium hat dem Verteidigungsausschuss zum Unfallhergang des Tigers der Heeresflieger in Mali weitere Informationen vorgelegt. Unklar bleibt aber, warum der betroffene Hubschrauber „auffällig Abweichungen in der Längssteuerung“ hatte.

Tiger Heer Mali 2018

Einer der in Mali vom Heer im Rahmen der MINUSMA-Mision eingesetzten Tiger stürzte am 25. Juli 2017 ab (Foto: Bundeswehr).  

 

Nach den bisherigen Untersuchungen hat sich laut Ministerium die „auffällige Abweichung im Längssteuer des Unfallluftfahrzeuges … in der weiterführenden Untersuchung bestätigt. Dadurch wurde am Unfallluftfahrzeug der maximale und normalerweise verfügbare Steuerweg in der Nickachse nach vorne erheblich eingeschränkt, wodurch der Autopilot an seine Steuergrenze gelangte und sich entsprechend der bestehenden Systemauslegung in dieser Achse abschaltete“.
 
Weiter heißt es: „Das automatische Abschalten des Autopiloten wurde der Besatzung systemkonform nicht angezeigt und von ihr auch nicht wahrgenommen. Mit dem Steuerausschlag „ganz vorne“ (bei hoher Geschwindigkeit) kippte der Hubschrauber innerhalb von drei Sekunden in einen unkontrollierten steilen Sturzflug, bei dem hohe negative Beschleunigungswerte erreicht wurden.“

Es sei „davon auszugehen, dass die Besatzung von diesem Manöver überrascht wurde und, in Verbindung mit den aufgetretenen Kräften, ihre Handlungsfähigkeit vorrübergehend stark eingeschränkt war. Im Verlauf dieses unkontrollierten Flugzustandes wurden die Belastungsgrenzen des Luftfahrzeuges überschritten und ein strukturelles Versagen der Hubschrauberkomponenten ist eingetreten“.

Laut Ministerium konnte „die auffällige Abweichung in der Längssteuerung nach entsprechenden Untersuchungen bei keinem anderen Tiger der Bundeswehr festgestellt“ werden. Genauer gesagt „betrug die Abweichung zwischen 5 bis 7 Grad, die der Steuerknüppel der zyklischen Blattverstellung bei nahezu gleicher Geschwindigkeit weiter vorne war (gegenüber dem zweiten Tiger in der Rotte). Zudem wurden bei den Einstellwerten der Flugsteuerung (Rigging) auffällige Unterschiede zwischen dem Unfallluftfahrzeug und anderen zum Vergleich ausgewerteten Kampfhubschraubern Tiger festgestellt“.



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