02.02.2016
FLUG REVUE

Schnelle Umrüstung der CockpitbeleuchtungTornado-Piloten können Nachtsichtbrillen nutzen

Laut Bundeswehr wurden die Luftwaffen-Tornados bisher nicht für nächtliche Aufklärungsflüge über Syrien und dem Irak angefordert. Dennoch rüstet man die Cockpits nun im Schnellverfahren für die Nutzung von Nachtsichtbrillen um.

Tornado Nachtsichtbrillen Luftwaffe 2016

Die Tornado-Besatzungen der Luftwaffe in Incirlik können nun auch mit Nachtsichtbrillen fliegen (Foto: Bundeswehr/Falk Bärwald).  

 

Die geänderte Cockpitbeleuchtung für die in der Türkei stationierten Tornados wurde nach Angaben des Verteidigungsministeriums in der letzten Januarwoche nach Incirlik geliefert. Die Änderung umfasst jeweils zehn Lampen beziehungsweise LED-Leuchten im vorderen und hinteren Cockpit. Zudem müssen 34 Schalterbeleuchtungen und Tastenfelder pro Flugzeug gewechselt werden.

Elf Stunden technische Umrüstung pro Maschine

Tornado Cockpit Leuchten-Nachrüstung

Zehn Lampen pro Cockpit und 34 Schalterbeleuchtungen mussten gewechselt werden, damit der Tornado mit Nachtsichtbrillen geflogen werden kann (Foto: Bundeswehr/Falk Bärwald).  

 

Auf den Seitenkonsolen wurden die Kartentaschen getauscht, damit das „Image Intensifier Set, Night Vision“, so die offizielle Bezeichnung der Nachtsichtgeräte, dort verstaut werden kann. Visierabdeckungen mit grüner Klarsichtscheibe für die Fliegerhelme mit vormontierten Halterungsplatten wurden ebenfalls geliefert.

Für die technische Umrüstung eines Tornados sind rund elf Stunden pro Maschine angesetzt. „Von Maschine zu Maschine wird man aber etwas schneller“, sagte ein Luftfahrzeugavioniker vor Ort. Am 31. Januar waren bereits drei Tornados umgerüstet.

Vor dem Einbau war die luftfahrtrechtliche Zulassung notwendig. Es wurde eine sogenannte „Genehmigung zum Einsatz im Flugbetrieb (GEF)“ ausgestellt. Darin sind auch Grenzwerte enthalten, beispielsweise wie Helligkeitsstufen einzustellen sind.

Nach Angaben der Bundeswehr sind die Einsatzflüge im Luftraum über Syrien und dem Irak zeitlich wie räumlich, mit Höhenstaffelung und Funkfrequenzen, entflochten. Die Einsatzmaschinen fliegen nachts jedoch mit gedimmter oder ohne reguläre Beleuchtung, um nicht vom Boden aus gesehen zu werden. Das Benutzen der Nachtsichtbrillen ermöglicht das frühzeitige Erkennen von Militärmaschinen, die mit Infrarotlichtern und/oder Infrarotstreifen gekennzeichnet sind. Diese Nachtsichtfähigkeit erhöht somit das taktische Situationsbewusstsein der Besatzungen.



Weitere interessante Inhalte
Hensoldt Weiteres ASR-S-Radar an die Luftwaffe ausgeliefert

16.11.2017 - Im Zuge der Modernisierung der Flugsicherung auf den deutschen Militärflugplätzen wurde nun das siebte ASR-S-System in Trollenhagen abgenommen. … weiter

Einsätze über Syrien und dem Irak Tornados fliegen erste Mission ab Al-Asrak

10.10.2017 - Zwei deutsche Tornados zur Luftaufklärung sind am Montag zu ihrem ersten Einsatzflug aus dem jordanischen Al-Asrak im Rahmen der Mission Counter Daesh gestartet. … weiter

Luftwaffe Tornados fliegen nach Jordanien

04.10.2017 - Am Mittwochvormittag starteten vier Aufklärungstornados des Luftwaffenkontingents von Jagel und Büchel aus nach Jordanien. … weiter

Luftwaffe Holloman: Tornado und F-16 fliegen letztmals gemeinsam

21.08.2017 - Mit der anstehenden Auflösung des Fliegerischen Ausbildungszentrums in Holloman AFB vor Augen wurde der letzte gemeinsame Flug von Tornado und F-16 angesetzt. … weiter

Luftwaffe Tornados aus Incirlik zurück

31.07.2017 - Die letzten Aufklärungs-Tornados haben Incirlik verlassen und warten nun bei den Heimatverbänden darauf, dass die neue Basis Al-Azraq in Jordanien einsatzbereit ist. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 12/2017

FLUG REVUE
12/2017
06.11.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Zerlegung entführte Landshut
- Erstflug Airbus A330neo
- airberlins letzte Landung
- NBAA-BACE Las Vegas
- Fliegerschießen Axalp
- Eurofighter Luftwaffe
- Kassenschlager CFM56
- Fliegeruhren EXTRA