23.10.2017
FLUG REVUE

Kampfhubschrauber aus DDR-BestellungVEBEG verkauft Mil Mi-24P

Die bundeseigene Verwertungsgesellschaft VEBEG verkauft am Dienstag einen seltenen DDR-Kampfhubschrauber. Die Mil Mi-24P "Hind" war zuletzt Ausstellungsstück bei der Bundeswehr in Bückeburg.

Mil Mi-24P VEBEG Bundeswehr

Mit Eisernem Kreuz aber ohne Rotorblätter zeigt dieses Foto die zu verkaufende Mil Mi-24P der Bundeswehr. Bei der NATO trug dieses Muster den Codenamen "Hind" (Hirschkuh). Foto und Copyright: VEBEG  

 

Die letzten Gebote könnten registrierte Bieter am Dienstag um 13 Uhr abgeben, teilte die VEBEG auf ihrer Webseite mit. Der frühere Kampfhubschrauber auf technischer Basis der Mil Mi-8 "Hip" wiegt leer 8,5 Tonnen und hat einen Rotordurchmesser von 17,30 Metern. Die VEBEG weist darauf hin, dass der zweistrahlige Hubschrauber nur zur musealen Verwendung oder ortsfesten Ausstellung vorgesehen ist. Der Käufer muss den Kampfhubschrauber noch unter Aufsicht der Bundeswehr demilitarisieren und die Zelle, Waffenträger und Starteinrichtungen schwächen, um diese dauerhaft einsatzunfähig zu machen. Laut Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) können sich in bzw. an einigen Baugruppen technologisch bedingte Restmengen von Hydraulikflüssigkeit, Schmieröl und Flugkraftstoff befinden. Die Beachtung der zugehörigen Sicherheits-, Arbeitsschutz- und Umweltvorschriften sei Sache des Käufers.

Der Hubschrauber befindet sich optisch in sehr gutem Zustand und verfügt noch über ein vollständig eingerichtetes Cockpit und eine vollständig eingerichtete Kabine. Außerdem sind eine doppelläufige Bordkanone "9A-623 K" und vier Raketenwerfer für ungelenkte Raketen installiert. Die zu verkaufende Mil Mi-24P mit der Seriennummer 340339 wurde 1989 in der Sowjetunion gebaut und gehörte zum Bestand der Nationalen Volksarmee der DDR. Dort war sie bei den Armeefliegerkräften eingesetzt. Besonderheit des bis zu 335 Stundenkilometer schnellen, zweisitzigen Kampfhubschraubers mit stark gepanzertem Cockpit sind seine Hilfsflügel, die zusäzlichen Auftrieb liefern und die Rollrate verbessern. Außerdem befindet sich hinter dem Cockpit eine Passagierkabine für bis zu zehn Passagiere oder acht ausgerüstete Soldaten und einen Bordtechniker. Die Bundeswehr erprobte die zu Wendezeiten noch fabrikneu zulaufende Mi-24, entschied sich aber gegen eine militärische Weiternutzung.



Weitere interessante Inhalte
Pleiten, Pech und Pannen Top 10: Die spektakulärsten Flugzeuge, die nie flogen

20.06.2018 - Senkrechtstarter, Stealth-Jäger, Mach 3 schnelle Jäger: Die Luftfahrtgeschichte ist voll von interessanten, aber erfolglosen Flugzeugprojekten, die trotz fortgeschrittener Entwicklung nie aus eigener … weiter

Kooperation bekanntgegeben Safran-Hybridantrieb für Bell AirTaxi

19.06.2018 - Bell hat nach einem Wettbewerb Safran für die Zusammenarbeit bei der Entwicklung hybrid-elektrischerAntriebslösungen für künftige Lufttaxi- und VTOL-Fluggeräte ausgewählt. … weiter

Heeresflieger Letzter Tiger-Einsatzflug in Mali

18.06.2018 - Nach 14 Monaten haben die vier Kampfhubschrauber Tiger der Heeresflieger ihren Dienst für die Vereinten Nationen in Mali offiziell beendet. … weiter

Erste Lieferung der SAR-Ausführung H175 für Hongkong

18.06.2018 - Der in Hongkong ansässige Government Flying Service (GFS) hat als Erstkunde drei Airbus Helicopters H175 in der Konfiguration für Such- und Rettungseinsätze erhalten. … weiter

Heeresflieger Fünf geleaste H135 in Bückeburg

12.06.2018 - Der ADAC hat von Airbus Helicopters die fünfte und letzte H135 erhalten, die für die Ausbildung und Scheinerhaltung von Piloten der Bundeswehr geleast werden. … weiter


FLUG REVUE 07/2018

FLUG REVUE
07/2018
11.06.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Forschung: Wie Supercomputer Flugzeuge leiser machen
- Flughafen BER: Neue Pläne für Billig-Terminals
- NASA-Mission Insight: DLR bohrt den Mars an
- Erste A380 für Japan
- Mikojan MiG-31K: Risslands gefährliche Hyperschall-Rakete