10.03.2016
Erschienen in: 03/ 2016 FLUG REVUE

Fighter-ÜbungExercise Trilateral Initiative

Zum ersten Mal haben die US Air Force, die Royal Air Force und die Armée de l´Air ihre Top-Fighter in einer großen Übung gemeinsam geflogen.

fr 03-2016 Exercise Trilateral Initiative (01)

F-22A, Eurofighter und Rafale (vorn) ergänzen sich. Foto und Copyright: USAF  

 

Weil die westlichen Luftstreitkräfte es seit vielen Jahren gewohnt sind, ihre Angriffsaufgaben in einem Umfeld ohne gefährliche Flugabwehrsysteme und gegnerische Abfangjäger durchzuführen, „sind uns einige der High-End-Fähigkeiten etwas abhanden gekommen“, räumte Sir Andrew Pulford, Stabschef der Royal Air Force, ein. Diese Fähigkeiten werden in Zukunft aber durchaus gebraucht, denn „heute gibt es vielleicht zehn integrierte Luftverteidigungssysteme weltweit, und wir rechnen damit, dass es in zehn Jahren 25 sind“, warnte General Mark Welsh, Kommandeur der USAF. „Wir müssen in der Lage sein, sie auseinanderzunehmen, sichere Routen zu schaffen, denn erst dann können Land- und Seestreitkräfte effektive Operationen durchführen.“

fr 03-2016 Exercise Trilateral Initiative (02)

Für die französischen und britischen Piloten war die Zusammenarbeit mit der F-22 Raptor sehr aufschlussreich. Foto und Copyright: USAF  

 

Um künftigen Flugabwehrsystemen und modernen Fightern wie den Suchoi-Mustern Su-35 oder T-50 gewachsen zu sein, bedarf es aus Sicht der Militärs modernster Muster. In dieser Hinsicht bilden die Lockheed Martin F-22, der Eurofighter und die Dassault Rafale die Speerspitzen der jeweiligen Luftstreitkräfte. Wie sie am besten zusammenarbeiten können, wurde nun zum ersten Mal in einer trilateralen Übung geprobt. Dafür wurden acht Rafales der EC 1/7 „Provence“ und der EC 2/30 „Normandie-Niemen“ sowie sechs Eurofighter der XI (F) Squadron von Coningsby von Europa zur Joint Base Langley-Eustis an der US-Ostküste verlegt. Dort sind die F-22 Raptor des 1st Fighter Wing beheimatet.

Nach einigen Orientierungsflügen und einer kurzen Phase simulierter Luftkämpfe gegeneinander ging es dann im Dezember 2015 für knapp zwei Wochen darum, wie die drei Fighter koordiniert eingesetzt werden können, um den maximalen Effekt zu erzielen. Die genauen Details wurden nicht genannt. Es gab jedoch zum Beispiel Szenarien, bei denen Rafale und Eurofighter voraus in „gegnerisches“ Territorium eindrangen, während die F-22A mit ihrem Radar aus dem Rückraum die Lage kontrollierte, um im Bedarfsfall einzugreifen. Auch der umgekehrte Fall, in dem die F-22 dank ihrer Stealth-Eigenschaften zunächst die gefährlichsten Ziele angreift und damit den europäischen Jets die Arbeit erleichtert, ist denkbar.

fr 03-2016 Exercise Trilateral Initiative (03)

Vorbereitungen mit dem Eurofighter in Langley im Dezember 2015. Foto und Copyright: USAF  

 

Auf jeden Fall wurde darauf geachtet, dass die Sache für die „blauen“ Kräfte nicht zu einfach wurde. Die „Red Air“ bestand aus so vielen F-15 Eagle von der  Seymour Johnson AFB und T-38 Talon, dass sich das Fighter-Trio einem zahlenmäßig drei- bis vierfach überlegenen Gegner stellen musste. „Es passierte so viel gleichzeitig, dass es schwer war, alle Flugzeuge im Auge zu behalten und zu verarbeiten, was vor sich ging“, sagte ein Pilot der RAF, der normalerweise nur in deutlich kleinerem Rahmen übt.

Natürlich waren auch E-3G AWACS und Tanker involviert, um die Kampfflugzeuge zu unterstützen. Ein wichtiger Aspekt war dabei die Kommunikation, denn gerade hier hat die F-22 mit ihrem speziellen Datenlink noch ein Problem. Insgesamt können Raptor, Eurofighter und Rafale aber gemeinsam „viel mehr tun als einzeln, denn sie ergänzen sich“, ist General H. Carlisle, Kommandeur des Air Combat Command der USAF, überzeugt.

FLUG REVUE Ausgabe 03/2016



Weitere interessante Inhalte
Operation Jagged Knife F-22 greift Ziele in Afghanistan an

22.11.2017 - Die US Air Force hat erstmals ihre F-22A Raptor für Angriffe auf Bodenziele in Afghanistan verwendet. … weiter

Der Bestseller aus Fort Worth Top 10: Die größten F-16-Nutzer

13.11.2017 - Mehr als 4500 Exemplare der Lockheed Martin F-16 Fighting Falcon wurden gebaut. Kaum ein anderer westlicher Überschalljäger kann höhere Stückzahlen vorweisen. Wer hat die meisten von ihren Piloten … weiter

P3E-Verbesserungspaket Brimstone-Testserie mit dem Eurofighter abgeschlossen

09.11.2017 - BAE Systems hat eine Serie von Schüssen des Luft-Boden-Flugkörpers MBDA Brimstone von einem Eurofighter Typhoon abgeschlossen. Tests der bei RAF folgen. … weiter

Bordwaffe gegen Drohnenschwärme und Raketen Lockheed Martin entwickelt Laserwaffe LANCE

07.11.2017 - Das Air Force Research Lab hat Lockheed Martin den Auftrag erteilt, ein neues Laser-Waffensystem für taktische Flugzeuge zu entwickeln. Es soll ab dem Jahr 2021 praktisch getestet werden. … weiter

Flugstundenkosten Die teuersten Flugzeuge der US Air Force

18.10.2017 - Militärflugzeuge können nicht nur in der Beschaffung exorbitant teuer sein, auch der laufende Betrieb verschlingt teils immense Kosten, wie eine Aufstellung des Pentagon zeigt. … weiter


FLUG REVUE 12/2017

FLUG REVUE
12/2017
06.11.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Zerlegung entführte Landshut
- Erstflug Airbus A330neo
- airberlins letzte Landung
- NBAA-BACE Las Vegas
- Fliegerschießen Axalp
- Eurofighter Luftwaffe
- Kassenschlager CFM56
- Fliegeruhren EXTRA