25.08.2014
Erschienen in: 09/ 2011 FLUG REVUE

Gut gerüstet für PräzisionsaufgabenDas Jagdbombergeschwader 33 in Büchel

Nach der Einführung von lasergelenkten Präzisionswaffen und dem Abstandsflugkörper Taurus ist das Taktische Luftwaffengeschwader 33 gut für Luft-Boden-Aufgaben ausgestattet. Einen weiteren Leistungssprung verspricht die Kampfwertsteigerung des Panavia Tornado.

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Fast versteckt im grünen Hügelgelände der Eifel liegt der Fliegerhorst Büchel, Heimat des letzten Jagdbombergeschwaders der Luftwaffe, das mit einer reinen Flotte von Tornado IDS ausgestattet ist. Dies spiegelt sich auch in den Aufgaben des Verbands wider. "Der wesentliche Bestandteil unseres Auftrags ist die Luftnahunterstützung", sagt Oberst Dr. Jan Kuebart. Laut dem damaligen Kommodore des Jagdbombergeschwaders 33 (heute Taktisches Luftwaffengeschwader 33) zeigen die heutigen Szenarien, wie zum Beispiel in Afghanistan, die Notwendigkeit einer bei Bedarf schnellen und präzisen Unterstützung der Bodentruppen aus der Luft, sei es als Begleitschutz (Convoy Escort) oder zur Gefechtsfeldüberwachung (Area Watch). Hierbei gehe es nicht nur um den Einsatz von Waffen, sondern auch um die Bereitstellung eines Lagebildes aus der Luft mit Hilfe von bordeigenen Systemen.
Hier kommt der Laser-Zielbeleuchtungsbehälter Litening von Rafael aus Israel ins Spiel. "Der Einsatz von Präzisionsbewaffnung - in unserem Fall der GBU-24 Paveway III - aus mittlerer Höhe zur Bekämpfung unterschiedlichster Bodenziele unter Nutzung des Laser Designator Pod (LDP) beansprucht im JaboG 33 einen Großteil der täglichen Übungsflugstunden." Dabei erfolgen die Einsätze meist mit ein oder zwei Jets, wobei entweder ein Tornado das Ziel selbst beleuchtet und bekämpft (Self Designation), oder das Ziel von der zweiten Maschine designiert wird (Buddy Lasing). Auch die Zusammenarbeit mit Truppen auf dem Boden wird trainiert (Ground Lasing). Allerdings üben die Besatzungen in Büchel auch den Einsatz konventioneller Bomben und der Bordkanonen.

Als bisher einziges Geschwader der Luftwaffe sind die Büchelaner in der Lage, den Taurus-Flugkörper (Target Adaptive Unitary and Dispenser Robotic Ubiquity System) einzusetzen. Die Waffe kann laut Luftwaffe über eine Distanz von mehr als 350 Kilometern Bodenziele wie zum Beispiel Bunker bekämpfen. Die Herstellerangabe zur Reichweite liegt bei rund 500 Kilometern. Der Tornado kann zwei Taurus KEPD 350 an den Unterrumpfstationen tragen. Der rund 1400 Kilogramm schwere Flugkörper wird von der Firma Taurus Systems GmbH, einem Gemeinschaftsunternehmen von MBDA Deutschland (LFK Lenkflugkörpersysteme) und Saab Bofors hergestellt. Ende letzten Jahres wurde das letzte von insgesamt 600 Exemplaren an die Luftwaffe übergeben. "Damit besitzen wir eine hochmoderne abstandsfähige Präzisionswaffe, die ein Beispiel für eine wirklich gelungene europäische Rüstungszusammenarbeit darstellt", meint Kuebart.

Der Einsatz des Flugkörpers gilt zumindest von der fliegerischen Seite her als nicht sehr schwierig. "Das Anspruchsvollste wäre hier eine Luft-zu-Luft-Betankung, weil die Maschine mit zwei Taurus relativ schwer ist und in der Luft am Tanker schwerer zu handhaben ist." Viel komplexer ist jedoch die Vorplanung der Mission. "Sie muss äußerst sorgfältig erfolgen, damit man sicher ist, das Ziel genau zu treffen." Daher investiert die Einheit gemäß dem Kommodore viel Zeit in die Ausbildung der Missionsvorbereitung. "Damit eine Besatzung befähigt wird, an der Planungssitzung einer Taurus-Mission teilzunehmen, muss sie erst einmal Vorkenntnisse mitbringen und dann über viele Wochen in der Planung ausgebildet werden." Dennoch ist eine ausreichende Anzahl an Crews entsprechend geschult: "Beim Taurus sind wir absolut einsatzfähig. Wenn es notwendig sein sollte, könnten wir aus dem Stand heraus diese Waffe einsetzen", sagt Kuebart.

Insgesamt befinden sich derzeit rund 55 Piloten und 40 Waffensystemoffiziere im Verband; ihnen stehen knapp 45 Tornados zur Verfügung. Davon sind in der Regel immer 15 bis 20 einsatzklar. "Die Tornado-Flotte wird im Rahmen der Reform der Bundeswehr reduziert werden, dem JaboG 33 stehen aber weiterhin ausreichend Flugzeuge zur Auftragserfüllung zur Verfügung", meint der Kommodore.

Insgesamt sollen 85 Maschinen im Dienst bei der Luftwaffe bleiben, die bis ins Jahr 2025 fliegen könnten. Dabei gilt der Tornado trotz seines Alters als durchaus konkurrenzfähig. "Durch die Integration und konti-nuierliche Verbesserung der GPS-Navigationssysteme und der Einführung von Präzisionsbewaffnung ist der exakte Einsatz unseres Waffensystems erheblich erleichtert worden", meint Kuebart.


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