28.11.2017
FLUG REVUE

Vier Typen – Zahlreiche EinsatzmöglichkeitenDie Flugzeugflotte der Marine

Der deutschen Marine stehen neben Schiffen auch verschiedenste Luftfahrzeuge zur Verfügung. Die Flotte erstreckt sich vom kleinen Turboprop über Mehrzweckhubschrauber zur U-Boot-Jagd bis hin zum Seeraumüberwachungsflugzeug.

Marineflieger Flotte

Die Marine hat derzeit vier verschiedene Muster im Einsatz. Foto und Copyright: Deutsche Marine  

 

Alle Flugzeuge und Hubschrauber der Marine sind seit einigen Jahren auf dem Stützpunkt Nordholz konzentriert. Das Marinefliegergeschwader 3 "Graf Zeppelin" ist für die Flächenflugzeuge zuständig, während die Hubschrauber zum Marinefliegergeschwader 5 gehören.

Dornier Do 228-212

Dornier 228 Marine Flug 2013

Die Dornier 228 der Marine werden für Umweltschutzaufgaben verwendet (Foto: EADS).  

 

Die Dornier 228 wurde als kleines Kurzstrecken-Passagier- und Transportflugzeug entwickelt. Die Marine betreibt allerdings im Auftrag des Verkehrsministeriums für das Havariekommando in Cuxhaven zwei Maschinen Do 228 LM für die Überwachung von Nord- und Ostsee gegen Meeresverschmutzungen. Mit speziellen Geräten wie Radar, Infrarot- und Ultraviolett-Sensoren, Mikrowellenradiometer und Fluoreszenz-Laser, sowie Videokameras, werden während des Fluges entdeckte Verschmutzungen via direkter Datenleitung unverzüglich an das Havariekommando weitergeleitet.

Dornier Do 228-212 - Technische Daten

Verwendungszweck
Mehrzweck- und Überwachungsflugzeug

Land
Deutschland

Hersteller
Dornier Luftfahrt GmbH

Allgemeine Angaben
Besatzung: 2 - 3
Passagiere: bis zu 19

Antrieb: 2 x AlliedSignal TPE331-5-252D oder TPE331-10
Leistung: 2 x 579 kW
Propeller: 2 x Hartzell HC-B4TN-5ML/LLT10574 4-blättrig
 
Abmessungen
Rumpflänge:
16,56 m
Rumpfhöhe: 4,86 m
Spannweite: 16,97 m
Flügelfläche: 32,00 m²

Kabinenlänge: 7,08 m
Kabinenbreite: 1,34 m
Kabinenhöhe: 1,55 m
 
Massen
Leermasse: 3258 kg
max. Nutzlast: 2201 kg
max. Kraftstoffkapazität: 1885 kg
max. Startmasse: 6400 kg
max. Landemasse: 6100 kg
max. Rollmasse: 6430 kg

Flugleistungen
max. Fluggeschwindigkeit:
472 km/h
empfohlene Reisegeschwindigkeit: 333 km/h
Überziehgeschwindigkeit: 128 km/h
Steigrate: 9,0 m/s
Dienstgipfelhöhe: 8535 m
Startrollstrecke: 793 m
Landerollstrecke: 450 m
Reichweite:
   - 2445 km beii maximaler Geschwindigkeit
   - mit 19 Passagieren und Reserve für 93 km: 1038 km
   - mit 775 kg Zuladung: 2148 km

Lockheed Martin P-3C Orion

P-3C Orion auf See

Alle acht P-3C Orion der Bundesmarine flogen zuvor im Dienst der niederländischen Marine. Foto und Copyright: Deutsche Marine  

 

Als Nachfolger für die über 40 Jahre alte Bréguet Br.1150 Atlantic konnte die Marine, im Jahre 2006, für 295 Mio. Euro acht Lockheed Martin P-3C CPU Orion von der königlich-niederländischen Marine erhalten. Die Seeaufklärungs- und U-Boot-Jagdflugzeuge sollen, nach derzeitiger Planung, noch bis etwa 2035 im Dienst bleiben.

Die P-3C verfügen über eine umfassende Sensorik inklusive aktivem und passivem Sonar, Radar,  Kamerasystem zur optischen Aufklärung (Video/Infrarot) und MAD zur Erkennung magnetischer Anomalien. Dazu kommen Systeme für elektronische Unterstützungsmaßnahmen und ein Flugkörperwarnsystem. Zur Bewaffnung zählen Torpedos.

Lockheed Martin P-3C CPU Orion - Technische Daten

Verwendungszweck
Seeraumüberwachungsflugzeug

Land
USA

Hersteller
Lockheed Martin

Allgemeine Angaben
Erstflug: 18. September 1968
Besatzung: 2
Passagiere: 11

Antrieb: 4 x Allison T56-A-14
Leistung: 4 x 3661 kW

Abmessungen
Rumpflänge: 35,61 m
Höhe: 10,29 m
Spannweite: 30,37 m
Flügelfläche: 120,77 m²

Kabinenlänge: 21,06 m
Kabinenbreite: 3,30 m
Kabinenhöhe: 2,29 m (7 ft 6 in)

Massen
Leermasse:
27890 kg
max. Nutzlast: 9071 kg
max. Startmasse: 61235 kg
max. Landemasse: 51709 kg

Flugleistungen
max. Fluggeschwindigkeit:
761 km/h
Marschgeschwindigkeit: 608 km/h
Steigrate: 9,9 m/s
Dienstgipfelhöhe: 8625 m
Startrollstrecke: 1673 m
Landerollstrecke: 845 m
max. Aktionsradius: 3835 km

Bewaffnung
Torpedos Mk.46                   

AugustaWestland Sea Lynx Mk.88A

Sea Lynx Mk.88A Flugdeck

Die Sea Lynx wird als Bordhubschrauber auf den Fregatten der "Bremen" (F122)-, "Brandburg" (F123)-, "Sachsen" (F124)- und "Baden-Württemberg" (F125)- Klasse eingesetzt. Foto und Copyright: Deutsche Marine  

 

Die AugustaWestland (heute Leonardo) Sea Lynx Mk.88 wurde von der Marine als neuer Bordhubschrauber für die neue Fregatten der „Bremen“-Klasse (F122) angeschafft. In seiner Grundkonstruktion war der Sea Lynx bereits speziell für den Einsatz auf Schiffen in Fregattengröße optimiert. Die Aufgaben der Sea Lynx reichen von der U-Boot-Jagd über Rettungseinsätze bis hin zu taktischem Lufttransport. Zudem werden in gegenwärtigen Einsatzszenarien Boardingteams mittels Fast Roping abgesetzt und Sicherungsaufgaben mit einem schweren Maschiengewehr übernommen.

Um die Jahrtausendwende wurden umfassende Modernisierungsmaßnahmen an der Sea Lynx durchgeführt. Im Zuge dieser Maßnahmen wurde aus der Mk.88 die Version Mk.88A. Die Triebwerke wurden bei der Modernisierung jedoch nicht auf den aktuellen stand gebracht, weshalb mittlerweile die Sea Lynx nur noch mit erheblichem Aufwand instandgehalten werden können. Ein Nachfolger soll ab 2025 eingeführt werden.

Augusta Westland Sea Lynx Mk.88A - Technische Daten

Verwendungszweck
Mehrzweckhubschrauber für die U-Boot-Jagd

Land
Großbritannien

Hersteller
Westland Helicopters Ltd. (später AgustaWestland, heute Leonardo)

Allgemeine Angaben
Erstflug:
21. März 1971
Besatzung: 2
Soldaten: bis zu 10

Antrieb: 2 x Rolls-Royce Gem 42-1
Leistung: Startleistung: 2 x 746 kW, Dauerleistung: 2 x 664 kW

Abmessungen
Länge über alles:
15,24 m
Breite über alles: 2,94 m
Höhe über alles: 3,67 m
Hauptrotordurchmesser: 12,80 m
Rotorkreisfläche: 128,71 m²

Kabinenlänge: 2,055 m
Kabinenbreite: 1,78 m
Kabinenhöhe:
1,42 m
Kabinenvolumen:
4,9 m³

Massen
Basismasse:
3291 kg
Leergewicht:
   - ASW- Konfiguration (Anti-Submarine Warfare, 2 Torpedos): 4.618 kg (10.181 lb)
   - ASV-Konfiguration (Anti-Surface Warfare, 4 Lenkflugkörper): 4.373 kg (9.641 lb)
   - Überwachungskonfiguration: 3.708 kg (8.174 lb)
   - SAR-Konfiguration: 3.778 kg (8.329 lb)
max. Außenlast: 1361 kg (3.000 lb)
max. Kraftstoff:
   - Normal: 787 kg
   - 2 Zusatztanks: 696 kg
max. Startmasse: 5330 kg

Flugleistungen
max. Marschgeschwindigkeit:
256 km/h
Dienstgipfelhöhe:
4000 m
Steigrate:
10,1 m/s
Schwebeflughöhe
   - ohne Bodeneffekt:
2050 m oder 340 m at ISA+15
   - mit Bodeneffekt:
2700 m oder 1180 m at ISA+15
Reichweite:
528 km oder 1093 km mit zwei Zusatztanks
Patrouillenzeit
  - ASW-Mission:
2 h, 28 km vom Schiff entfernt
  - Überwachungsmission:
3 h 50 min, 140 km vom Schiff entfernt

Bewaffnung
1 x 12,7 mm- MG M3M
Torpedos
Wasserbomben
4 x Lenkflugkörper

Westland Sea King Mk.41

Sea King Mk.41 Fast Roping

Die Sea King der deutschen Marine ist hauptsächlich für SAR-Aufgaben vorgesehen. Seit Anfang der 80er Jahre kann die Sea King aber auch zur Bekämpfung von Überwasserstreitkräften eingesetzt werden. Hierfür stehen Antischiff-Flugkörper vom Typ Sea Skua zur Verfügung. Foto und Copyright: Deutsche Marine  

 

Die Erprobung des ersten Sea King Mk.41 fand zwischen Februar 1972 und März 1973 statt. Grundlage für den Sea King Mk.41 war der Sea King HAR Mk.3, welcher für die Royal Air Force als Rettungshubschrauber entwickelt wurde. Die Bundeswehr beschaffte insgesamt 22 Exemplare, vornehmlich für SAR-Aufgaben (Search and Rescue).

Der Sea King Mk.41 löste bei der Bundeswehr die Sikorsky H-34G und die Grumman HU-16 Albatros ab. Am 20. März 1974 landeten die ersten Sea Kings der Marine in SAR-Konfiguration in Kiel-Holtenau, dem Standort des MFG 5 (Marinefliegergeschwader).

Nach etlichen Modernisierungen sieht die Sea King technisch ihrem defintiven Nutzungsdauerende entgegen. Aufgrund von nicht mehr verfügbaren oder stark limitieren Ausrüstungs- und Ersatzteilen auf dem Weltmarkt, ist die Instandhaltung der Sea Kings sehr aufwendig und teuer geworden. Bis der Nachfolger NH90 NTH (Naval Transport Helicopter) Sea Lion die Aufgaben übernehmen kann, wird der Sea King noch bis ins Jahr 2021 für die Marine fliegen.

Westland Sea King Mk.41 - Technische Daten

Verwendungszweck
Mehrzweck- und SAR-Hubschrauber

Land
Großbritannien

Hersteller

Westland Helicopters Ltd. (später AgustaWestland, heute Leonardo)

Allgemeine Angaben
Besatzung: 3 - 4
Soldaten:  22 in SAR-Konfiguration, 28 in Truppenkonfiguration

Antrieb: 2 x Rolls Royce Gnome H.1400-1T
Leistung: 2 x 1238 kW

Abmessungen
Länge über alles:
22,15 m
Breite über alles: 4,98 m
Höhe über alles: 5,13 m
Rumpflänge: 17,02 m
Hauptrotordurchmesser: 18,90 m
Rotorkreisfläche: 280,6 m²

Kabinenlänge: 7,59 m
Kabinenbreite: 1,98 m
Kabinenhöhe: 1,92 m
Kabinenvolumen: 28,03 m³

Massen
Basismasse:
5393 kg
Leergewicht:
   - Überwachungskonfiguration: 7776 kg
   - SAR-Konfiguration: 6241 kg
   - Truppenkonfiguration: 5712 kg
max. Außenlast: 3628 kg
max. Kraftstoff: normal: 3714 l, Zusatztank: 863 l
max. Startmasse: 9300 kg

Flugleistungen
Höchstgeschwindigkeit:
252 km/h
max. Reisegeschwindigkeit: 204 km/h
Dienstgipfelhöhe: 3050 m
Steigrate: 10,3 m/s
Schwebeflughöhe:
   - IGE, ISA (im Bodeneffekt): 1982 m
   - OGE, ISA (ohne Bodeneffekt): 1433 m
max. Aktionsradius:
   - 1482 km
   - 1742 km mit Zusatztanks
   - 185 km in Überwachungskonfiguration
   - 407 km in SAR-Konfiguration
   - 556 km in Truppenkonfiguration
   - 417 km in Frachtkonfiguration
max. Flugdauer: 6 h 30 m



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