31.05.2011
FLUG REVUE

Iran verweigert deutschem Regierungsflugzeug zeitweise den Überflug

Ein Airbus A340-300 der Flugbereitschaft der Bundeswehr mit Bundeskanzlerin Angela Merkel an Bord musste auf dem Weg nach Indien zwei Stunden im Luftraum an Irans Westgrenze kreisen, weil die iranischen Behörden eine zuvor erteilte Überfluggenehmigung widerriefen.

Der mitreisende Regierungssprecher Steffen Seibert twitterte: "Ungewöhnlicher Beginn der Indienreise: Iran verweigert Maschine der Kanzlerin zeitweilig den Überflug. Verspätete Landung in Delhi."

Die Deutsche Luftwaffe teilte mit: "Während dieses Fluges kam es zu einer außerordentlichen Situation, als der Iran der Maschine das Überflugsrecht entzog. Daraufhin kreiste die Maschine über der Türkei, bis sie schließlich ihre geplante und angekündigte Reise fortsetzen konnte, während eine zweite Regierungsmaschine ohne Probleme den betreffenden Luftkorridor passieren durfte."

Fotos der elektronische Positionsanzeige an Bord des Flugzeugs zeigten den westlichen iranischen Luftraum, westlich von Tabriz, als Ort der Warteschleifen. Nach rund zwei Stunden durfte das Flugzeug seine angemeldete Reise durch den iranischen Luftraum und über Teheran hinweg fortsetzen. Dadurch verspätete sich die Ankunft in Dehli entsprechend.

Für Regierungsflüge wird normalerweise vor Abflug eine sogeannte "Diplomatic Clearance" eingeholt. Sie wird üblicherweise routinemäßig erteilt. 2007 hatte Russland einem Bundeswehr-Airbus auf dem Weg nach Usbekistan bereits einmal den Einflug verweigert weil eine "Diplomatic Clearance" nicht vorliege.

Die jetzige Delegation mit der Bundeskanzlerin befindet sich auf einem Staatsbesuch in Indien und reist anschließend nach Singapur weiter. Das Flugzeug ist der frisch in Dienst gestellte Airbus A340-300, 16+01, "Konrad Adenauer" der Luftwaffe. Das Flugzeug war erst vor kurzem aus gebrauchten Beständen der Lufthansa erworben und bei Lufthansa Techik in Hamburg für die Flugbereitschaft umgebaut worden. Es kann 143 Passagiere befördern und schafft 13500 Kilometer Reichweite. Laut Regierungsangaben ist zum Schutz ein Raketenabwehrsystem eingebaut.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
Bundeswehr-Hubschrauber kollidiert bei Tankstopp mit Tower Ein Toter bei CH-53-Unfall in Haßfurt-Schweinfurt

10.04.2018 - Auf dem Verkehrslandeplatz Haßfurt-Schweinfurt ist es am Montag zu einem Unglück gekommen. Eine zum Tanken zwischen gelandete CH-53 der Bundeswehr stieß mit ihren Rotorblättern an den Kontrollturm, … weiter

Europas neuer Militärtransporter Airbus A400M: Die aktuellen Nutzer

10.03.2018 - Der Militärtransporter A400M von Airbus Defence and Space ist ein viermotoriger Schulterdecker mit Turboprop–Triebwerken. Bisher haben acht Kundennationen insgesamt 174 Flugzeuge bestellt. Bis Ende … weiter

Untersuchungen für Tornado-Nachfolger F-35 für die Luftwaffe?

10.01.2018 - Als Ersatz für den Jagdbomber Tornado untersucht die Luftwaffe derzeit eine Kauflösung. Infrage kommt dabei auch die F-35A. … weiter

Mietvertrag verlängert Heron 1 fliegt weiter in Mali und Afghanistan

21.12.2017 - Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr hat die Verträge zum Einsatz des unbemannten Aufklärungsflugzeugs Heron 1 in Mali und Afghanistan mit der Firma Airbus … weiter

Luft-Boden-Fähigkeit für den Eurofighter Luftwaffe übernimmt GBU-48-Bombe

19.12.2017 - Am Montag wurde beim Taktischen Luftwaffengeschwader 31 „B“ in Nörvenich die laser- und GPS-gesteuerte Guided Bomb Unit 48 (GBU-48) symbolisch an die Luftwaffe übergeben. … weiter


FLUG REVUE 05/2018

FLUG REVUE
05/2018
09.04.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- GROSSE ILA-VORSCHAU
- Bundeswehr: Die neuen Beschaffungspläne
- GE Aviation GE9X: Flugerprobung des Turbofans
- Ethiopian: Afrikas größte Fluggesellschaft
- Fokker DR I: Der Dreidecker des Roten Barons
- Raumstation: Wartungstrupp im All