09.08.2017
FLUG REVUE

Studium entfälltSchweizer Luftwaffe beschleunigt Pilotenausbildung

Der Weg zum Berufsmilitärpiloten in der Schweiz wird kürzer, denn das bisher obligatorische Studium an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften entfällt. Das soll die Attraktivität steigern und mehr Interessenten anziehen.

Schweiz Piloten PC-7 Ausbildung

Die Schweizer Luftwaffe verkürzt den Weg zum Militärpiloten, um weiter attraktiv zu bleiben (Foto: Schweizer Luftwaffe).  

 

Mit Beginn in diesem Sommer werden alle Pilotenschüler im Anschluss an die Selektion eine halbjährige militärfliegerische Grundausbildung auf PC-7 durchlaufen, welche unter anderem dazu dient, über die Spartenzuteilung auf Jet oder Helikopter zu entscheiden. Anschließend werden sie während einem Jahr an einer zivilen Flugschule die Linienpilotenausbildung absolvieren.

Daraus ergeben sich verschiedene Vorteile, wie Brigadier Peter Soller, Kommandant des Lehrverbands Flieger 31, erklärt: „Die Pilotenausbildung verkürzt sich um rund zwei Jahre – die Pilotenschüler sind somit viel schneller im Cockpit. Dadurch wird einerseits die Ausbildung für die Anwärter attraktiver, andererseits können die Anwärter ihre ersten fliegerischen Erfahrungen auf PC-7 in der Luftwaffe machen, bevor sie sich in die zivilfliegerische Ausbildung begeben – ein Vorteil für die gesamte Ausbildung.“

Mit der Weiterentwicklung der Pilotenausbildung fällt das obligatorische Aviatik-Studium an der ZHAW weg. Künftig wird einige Jahre nach der Brevetierung zum Militärpiloten für jeden Piloten eine individuelle Laufbahnplanung erstellt. Für einen Teil der Piloten ist darin ein Bachelor- oder auch ein Masterstudium enthalten – dies entsprechend den Eignungen und Neigungen des betreffenden Piloten sowie des Bedarfs der Luftwaffe.

„Mit diesen Anpassungen können wir den Bedürfnissen möglicher Kandidaten besser entsprechen. Dadurch wird die Luftwaffe ein noch attraktiverer Arbeitgeber“, ist Soller überzeugt: „Das ist wichtig, um auf den Arbeitsmärkten der High Potentials bestehen zu können.“

Der Auswahlprozess und die Offiziersausbildung bleiben grundsätzlich in der heutigen Form erhalten. Jedes Jahr durchlaufen über 300 junge Frauen und Männer die SPHAIR-Eignungsabklärungen zum Militärpiloten. Für einige endet der Traum vom Berufsmilitärpiloten jäh, weil sie die geforderten Bedingungen nicht erfüllen.

Diejenigen, welche die Bedingungen erfüllen, sind zum Screening im Fliegerärztlichen Institut zugelassen. Mit dem Bestehen des Screenings ist die erste Hürde zum Traumberuf geschafft. Darauf folgt der zweiwöchige SPHAIR-Kurs, welcher Aufschluss darüber gibt, ob die Interessierten den Anforderungen wirklich gewachsen ist. Nach Abschluss dieser ersten Phase folgen die Offiziersausbildung sowie die Selektionen auf dem Simulator und PC-7.



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