31.08.2017
FLUG REVUE

Sturm Harvey überschwemmt die US-GolfküsteUS Nationalgarde weitet Hilfsaktion aus

Die US-Nationalgarde will ihre Hilfsaktion in den Überschwemmungsgebieten massiv ausweiten. Nachdem bereits 4300 Reservisten helfen, wurden nun alle 12.000 Soldaten und Flieger im Bundesstaat Texas zum Einsatz gerufen. Bis zu 30.000 Nationalgardisten könnten insgesamt mobilisiert werden.

Air Station Houston US Coast Guard HH-65 Dolphin

Für einen Tankstopp bei strömendem Regen kam diese HH-65 Dolphin der US Coast Gard zur Air Station Houston. Foto und Copyright: US Coast Guard  

 

Die Nationalgarde stelle sich auf eine langfristige Hilfsaktion ein, meldete das US-Verteidigungsministerium am Mittwoch. 30.000 Nationalgardisten stünden bereit, wenn ihre Hilfe benötigt werde.  "Wir planen so weit im Voraus wie möglich, damit alle militärischen Einsatzmittel zum Wohle von Texas, und möglicherweise bald auch von Louisiana, sofort zur Verfügung stehen", sagte Air Force Brigadegeneral James C. Witham, Direktor für Inlandseinsätze im Leitungsstab der US-Nationalgarde.

Am Mittwoch waren über 4300 Helfer der Nationalgarde in Texas im Einsatz. Die meisten unterstützen örtliche Behörden bei Such- und Rettungseinsätzen. Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, hatte die gesamte Texas National Guard zum Einsatz befohlen. Sie hat 12.000 Reservisten, die, so Generalmajor Witham, in den nächsten Tagen an ihren Dienstorten eintreffen werden. Bis Mittwochnachmittag hatten die Gardisten bereits an über 3500 Rettungseinsätzen im Gebiet Houston teilgenommen. Neben Bootseinsätzen wurden trotz der schweren Regenfälle auch 300 Rettungen per Hubschrauber und Winde durchgeführt. Wegen des extrem schlechten Wetters konnten die Hubschrauber erst mit Verzögerung eingesetzt werden.

Mittlerweile hat alleine die Nationalgarde 30 Hubschrauber im Einsatz. Über die Katastrophenschutzbehörde wurden weitere Einheiten aus anderen Bundesstaaten angefordert. Zehn US-Bundesstaaten, darunter Alaska, sind bereits mit Helfern vor Ort. Die Hubschrauber werden neben der Windenrettung auch zum schnellen Krankentransport eingesetzt. "Normalerweise geht es darum, in den ersten 72 bis 96 Stunden lebensrettende Maßnahmen durchzuführen. Danach beginnt der Wiederaufbau. Diesmal gibt es tagelange Regenfälle historischen Ausmaßes, da müssen wir anders als gewohnt reagieren", sagte Witham. Unterdessen hat das regenreiche Sturmsystem über Louisiana erneut Land erreicht und zieht ostwärts. Louisiana hat deshalb 400 Mitglieder seiner eigenen Nationalgarde im erwarteten Sturmgebiet positioniert, die sich auf Rettungseinsätze vorbereiten.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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