08.03.2017
FLUG REVUE

Elektronische AufklärungBundeswehr soll Triton-Drohne erhalten

Der Generalinspekteur der Bundeswehr hat nun offiziell entschieden, die Northrop Grumman MQ-4C Triton mit dem Aufklärungssystem ISIS zu beschaffen.

MQ-4C Triton

Die Bundeswehr setzt nun auf die Northrop Grumman MQ-4C Triton als Träger des SIGINT-Aufklärungssystems ISIS (Foto: Northrop Grumman).  

 

„Voraussichtlich im Jahr 2025 wird die Bundeswehr damit über ein luftgestütztes Signalerfassungssystem zur weiträumigen Überwachung und Aufklärung (SLWÜA) verfügen“, hieß es aus dem Verteidigungsministerium. Insgesamt sollen drei Systeme Triton/ISIS beschafft werden.

Ein kostspieliges Debakel wie beim 2013 gestoppten Euro Hawk-Programm soll diesmal vermieden werden. Das Luftfahrtamt der Bundeswehr habe die „Zulassbarkeit des Triton … positiv eingeschätzt“, heißt es. „Das Luftfahrtamt kann für den deutschen Zulassungsprozess auf ausführliche Ergebnisse und Dokumentationen der vorgelagerten Zulassung der Triton-Modelle in den USA zurückgreifen. Auch die deutlich modernere technische Basis der Drohne gegenüber dem ursprünglich ins Auge gefassten Eurohawk spricht für eine einfachere Zulassung in Deutschland“.

Was das von Airbus Defence & Space (jetzt Hensoldt) entwickelte Aufklärungssystem ISIS betrifft, so soll es keine weiteren Testflüge mit dem vorhandenen Euro Hawk geben. Weitere 23 Millionen Euro, die bisher für diese Option aufgewendet wurden, sind damit verloren.

Der Verzicht auf weitere Flugtests wird nun damit begründet, dass „die Labortests und die abgeschlossene Auswertung der mit dem Eurohawk erflogenen Daten …überzeugt“ haben. Außerdem wurde „die Umgebung zum Test unter Laborbedingungen deutlich verbessert“. Im Integrations- und Verifikationslabor (IVL) ist jetzt die nahezu komplette Simulation des Systems auf Basis der originalen ISIS-Hard- und Software möglich. Damit können alle wesentlichen technischen Nachweise erbracht werden, so das Verteidigungsministerium.

Die Bundeswehr will mit Triton/ISIS eine Fähigkeitslücke schließen, die seit der Außerdienststellung des bemannten Flugzeugs Breguet Atlantic im Jahr 2010 besteht. Das im Triton verbaute System ISIS ist in der Lage, aus großer Höhe zum Beispiel feindliches Flugabwehrradar zu lokalisieren oder gegnerische Kommunikation aufzuklären.



Weitere interessante Inhalte
Luftwaffen-Fluglehrer T-38C: Unfall beim Start in Sheppard

12.09.2018 - Die Crew einer Northrop T-38C Talon musste sich am Dienstagvormittag mit dem Schleudersitz retten. Der deutsche Fluglehrer und ein Schüler des ENJJPT-Programms wurden verletzt. … weiter

Kosten übersteigen Limit Webb-Teleskop soll nun 2021 starten

28.06.2018 - Nachdem ein unabhängiges Überprüfungsgremium seinen Bericht vorgelegt hat kündigte die NASA eine weitere Startverzögerung für das James Webb Space Telescope an. … weiter

Northrop Grumman Australien kauft MQ-4C Triton

27.06.2018 - Das australische Verteidigungsministerium hat den lange erwarteten Kauf von unbemannten MQ-4C für die Seeraumüberwachung bestätigt. Die Indienststellung der sechs Flugzeuge soll 2023 beginnen. … weiter

US Navy MQ-4C Titon fliegt in Point Mugu

04.06.2018 - Die amerikanische Marine und Northrop Grumman feierten auf der Naval Base Ventura County den Beginn des Flugbetriebs mit der hochfliegenden Aufklärungsdrohne Triton. … weiter

Tom Cruise wieder in der Hauptrolle Drehbeginn für "Top Gun 2"

04.06.2018 - In San Diego haben die Dreharbeiten für eine Wiederauflage des legendären Marineflieger-Spektakels "Top Gun" begonnen. Wie im Original von 1986 spielt Tom Cruise wieder die Hauptrolle. … weiter


FLUG REVUE 10/2018

FLUG REVUE
10/2018
10.09.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Extra: Top-Antriebe aus Deutschland
- Finnair: Boom auf Asien-Routen
- Hayabusa2-Mission: DLR hofft auf Erfolg des Asteroiden-Hüpfers
- Gulfstream G500: Hightech-Business-Jet erhält Zulassung
- Atombomber: Rafale ersetzt Mirage 2000N