01.03.2016
FLUG REVUE

Aufträge der US Air ForceAerojet Rocketdyne und ULA entwickeln Raketenantriebe

Um unabhängiger von russischen Raketentriebwerken zu werden, hat die US Air Force die beiden amerikanischen Unternehmen mit der Entwicklung eigener Antriebe beauftragt.

RD-180 für Atlas V

Die russischen RD-180, die die Atlas V antreiben, sollen durch in den USA entwickelte Raketentriebwerke ersetzt werden. Foto und Copyright: NPO Energomash  

 

Aerojet Rocketdyne und ULA, ein Gemeinschaftsunternehmen von Boeing und Lockheed Martin, sollen in einer öffentlich-privaten Partnerschaft mit der US Air Force ein neues Raketentriebwerk entwickeln. Das gaben die beiden Unternehmen am Montag in einer Pressemitteilung bekannt.

Mit dem Triebwerk mit der Bezeichnung AR1 wollen die USA künftig die russichen RD-180-Antriebe der Atlas-V-Trägerrakete ersetzen, die derzeit auch militärische Nutzlasten ins All bringen. Seit Beginn der Ukraine-Krise hatte es immer wieder Querelen um die russischen Triebwerke in US-amerikanischen Trägerraketen gegeben. "Das AR1-Triebwerk ist die Option mit den geringsten technischen Risiken, um den Vereinigten Staaten einen schnellen und effizienten Ersatz der russischen Triebwerke der Atlas V zu ermöglichen", so Eileen Drake, Geschäftsführerin und Vorsitzende von Aerojet Rocketdyne.

Auch Blue Origin kommt zum Zug

Insgesamt sollen 804 Millionen US-Dollar in das AR1 investiert werden, zwei Drittel davon trägt die US Air Force, ein Drittel die beiden Unternehmen. Die Entwicklung soll bis 2019 abgeschlossen sein.

Das AR1 wird mit flüssigem Sauerstoff und Kerosin betrieben und soll einen verbesserten, sauerstoffreichen gestuften Verbrennungszyklus erhalten. Das Triebwerk soll für die Atlas V, die Vulcan und weitere momentan in der Entwicklung befindliche Trägerraketen erhältlich sein.

Für die Vulcan entwickelt ULA gemeinsam mit Blue Origin, dem privaten Raumfahrtunternehmen des Amazon-Gründers Jeff Bezos, zudem das BE-4-Triebwerk. Auch hier steigt die US Air Force finanziell im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft ein. Über den genauen Investitionsbetrag ist nichts bekannt. Das BE-4 wird mit Flüssigsauerstoff und Flüssigerdgas betrieben.

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www.flugrevue.de/Ulrike Ebner


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