23.10.2015
FLUG REVUE

DLR-Weltraumkammer in GöttingenAirbus testet Hochleistungsionenantrieb

Airbus hat in einer der leistungsfähigsten Testanlagen für Ionenantriebe sein Triebwerk RIT 22 getestet.

RIT 2X Ionenantrieb Airbus 2015

Mit dem Ionenantrieb werden Satelliten augerüstet (Foto: Airbus Defence & Space).  

 

RIT 22 wurde in einer Konfiguration getestet, die bereits wesentliche Merkmale des bei Airbus in der Entwicklung befindlichen Nachfolgers RIT 2X enthielt. War RIT 22 noch für die Anforderungen wissenschaftlicher interplanetarer Missionen optimiert, so orientiert sich RIT 2X an den Anforderungen der nächsten Generation geostationärer Satelliten.

Es wird in der 5-Kilowatt Klasse bis zu 200 Milli-Newton Schub bereitstellen und damit insbesondere Orbit-Transfermanöver unterstützen. Darüber hinaus ist das RIT 2X System ausbaufähig. Es kann mit bis zu 6,5 Kilowatt System-Eingangsleistung betrieben werden.

Die Triebwerksfamilie ist derzeit in der Lage, den Treibstoff auf Geschwindigkeiten jenseits von 180.000 Kilometer pro Stunde zu beschleunigen und auszustoßen. Darüber hinaus kann der Schub besonders fein und über einen sehr weiten Bereich reguliert werden.

Weltraumkammer Göttingen DLR 2015

In der großen Vakuumkammer in Göttingen kann das DLR Ionentriebwerke mit hoher Leistung testen (Foto: DLR).  

 

Die "Simulationsanlage für Treibstrahlen Göttingen - Elektrische Triebwerke" (STG-ET) hat mit den Versuchen ihre Eignung zum Betrieb von Ionentriebwerken hoher Leistung unter Beweis gestellt. Das ist technisch besonders anspruchsvoll, denn diese Triebwerke können nur im Vakuum höchster Qualität betrieben und getestet werden. Weitere Herausforderungen sind die direkte Messung des Schubs und der Umgang mit dem hochenergetischen Ionenstrahl der Triebwerke.

Die STG-ET simuliert in einer Kammer von 12 Meter Länge und 5 Meter Durchmesser weltraumähnliche Zustände. Ein leistungsfähiges Pumpensystem stellt sicher, dass der Druck im Inneren nur ein Milliardstel des Luftdrucks beträgt, der auf der Erdoberfläche herrscht.

Ein spezielles Auffangsystem ist in der Lage, Treibstrahlen oder Ionenstrahlen bis zu einer Leistung von 25kW sicher abzuleiten. Ein wichtiges Messinstrument der STG-ET stellt ihre Schubmesswaage dar. Sie kann den Schub der Triebwerke bis zu einer Genauigkeit von Milli-Newton messen. Komplettiert wird die STG-ET mit weiteren Instrumenten zur Strahldiagnostik.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
KS


Weitere interessante Inhalte
Airbus-Ultralangstreckenjet Erste A350 ULR an Singapore Airlines geliefert

22.09.2018 - Airbus hat am Samstag die erste A350-900 Ultra Long Range (ULR) an den Erstkunden Singapore Airlines (SIA) übergeben. … weiter

Lufthansa Technik Flugbereitschaft erhält Airbus A321

21.09.2018 - Lufthansa Technik hat am Freitag einen umgebauten Airbus A321 an die Bundeswehr übergeben. Außer für militärische Missionen wird die Maschine auch für Reisen des politisch/ parlamentarischen Bereiches … weiter

Flugbetrieb soll weitergehen Small Planet Airlines stellt Insolvenzantrag

19.09.2018 - Die deutsche Charterfluggesellschaft Small Planet Airlines hat beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg einen Antrag auf Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. … weiter

Firmenkontaktmesse der Uni Stuttgart StepIN bringt Unternehmen und Studenten zusammen

19.09.2018 - Von Airbus bis Safran: Auf der Firmenkontaktmesse StepIN der Fachschaft Luft- und Raumfahrttechnik der Uni Stuttgart präsentieren sich Ende November namhafte Arbeitgeber. … weiter

Ultralangstreckenflüge Top 10: Die längsten Nonstop-Linienflüge weltweit

18.09.2018 - Einige Interkontinentalflüge verbinden Metropolen, welche weit über 10000 km voneinander entfernt liegen. Welche Airline zurzeit den streckenmäßig längsten Nonstopflug anbietet und welche … weiter


FLUG REVUE 10/2018

FLUG REVUE
10/2018
10.09.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Extra: Top-Antriebe aus Deutschland
- Finnair: Boom auf Asien-Routen
- Hayabusa2-Mission: DLR hofft auf Erfolg des Asteroiden-Hüpfers
- Gulfstream G500: Hightech-Business-Jet erhält Zulassung
- Atombomber: Rafale ersetzt Mirage 2000N