07.07.2014
FLUG REVUE

Mission Blue DotAlexander Gerst – seit 39 Tagen unser Botschafter im All

Seit 39 Tagen umkreist der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst nun an Bord der Internationalen Raumstation die Erde - den kleinen blauen Punkt, der dem 38 Jahre alten Geophysiker so sehr am Herzen liegt, dass er seiner ISS-Mission Blue Dot sogar ihren Namen gegeben hat.

Gerst

Alexander Gerst mit dem Capillary Flow Experiment (CFE-2). © NASA  

 

Zwischen Experimenten, Pflege und Wartung der Raumstation, dem täglichen Fitnesstraining und den Aktivitäten als "Botschafter" blieb in der vergangenen Woche noch ein wenig Zeit für eine unorthodoxe Wette - die Alexander Gerst gewonnen hat. Weil sich die deutsche Fußballnationalmannschaft mit einem 2:1 knapp gegen die Nationalelf aus den USA durchsetzte, durfte Gerst seinen Crewkollegen Steve Swanson und Reid Wiseman mit dem elektronischen Haarschneider einen neuen "aerodynamischeren" Haarschnitt kreieren.

Glücklicherweise sehen sich jedoch die drei Astronauten jetzt nicht zum Verwechseln ähnlich. Und so hat der "echte" Alexander Gerst am 30. Juni gleich zwei besondere Botschaften von der Raumstation zur Erde geschickt: Er gratulierte dem 17-jährigen Schüler Talha Evran aus Köln, der sich für Flüchtlingskinder in Deutschland einsetzt und deshalb in der Frankfurter Paulskirche zum UNICEF-Botschafter des Jahres 2014 gekürt worden ist, und er richtete sich persönlich an die knapp 650 Teilnehmer des 64. Lindauer Nobelpreisträgertreffens, das er als Gast vor einem Jahr besucht hatte.

An Bord der ISS ist Alexander Gerst selbst Wissenschaftler und Ingenieur: In der letzten Woche hat er unter anderem die FASES-Anlage aus ihrer Vorrichtung im europäischen Columbus-Labor der ISS ausgebaut und das seit 2008 auf der ISS laufende Experiment Geoflow neu installiert. Das Physik-Experiment befasst sich mit den Strömungsprozessen im Inneren unserer Erde und "schaltet" dabei die Schwerkraft aus. Das aus Deutschland stammende Haut-Experiment SKIN-B hat der 38-Jährige ebenso fortgesetzt wie seine Untersuchungen zu Kopfschmerzen und Augengesundheit im All. Die "Occular Health"-Studie der NASA haben Gerst, Wiseman und Swanson in der vergangenen Woche mit letzten Messungen abgeschlossen. Im Fokus standen dabei Datenreihen zum Augenhintergrund und zum Augeninnendruck.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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