14.12.2012
FLUG REVUE

Am Montag ist Schluss mit Ebbe und Flut

Seit dem 1. Januar 2012 umkreisen die Sondenzwillinge "Ebbe" und "Flut"* des Projekts GRAIL (Gravity Recovery and Interior Laboratory) den Erdtrabanten. Nun ist ihre Mission beendet, und am 17. Dezember werden sie gezielt zum Absturz gebracht.

Nachdem beide Flugkörper in präzis gehaltenem Abstand das Schwerefeld des Mondes erforscht hatten, erlauben die niedrige Flugbahn und der zu Ende gehende Treibstoffvorrat keine weitere wissenschaftliche Arbeit mehr. Ohnehin war es gelungen, nach der offiziellen Arbeitszeit - sogar mit einer Verlängerung - eine hochgenaue Gravitationskarte zu erstellen und daraus Rückschlüsse auf den inneren Aufbau des Mondes zu ziehen. Damit wurde das Projekt zur vollsten Zufriedenheit der Wissenschaftler erfüllt.

"Der Abschied von unseren kleinen Zwillingen fällt schon schwer", sagt Maria Zuber, Projektleiterin vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, "denn sie haben einen großen Beitrag zur Planetenforschung geleistet." Nunmehr werden sie an einer namenlosen Hügelkette in der Nähe des Kraters Goldschmidt mit einer Geschwindigkeit von 1,7 km/s zum Absturz gebracht. "Ebbe" wird als erster abstürzen, gefolgt 20 Sekunden später von "Flut". Aufnahmen von dem Ereignis wird es nicht geben, weil das Gebiet zu diesem Zeitpunkt im Schatten liegt. Zuvor jedoch werden sie noch einmal ihre Triebwerke zünden, bis die Tanks vollends leer sind. Das wird den Ingenieuren helfen, den Treibstoffbedarf für künftige Mondsonden genauer zu bestimmen.

* Die Namen "Ebbe" und "Flut" stammen von einem landesweiten Wettbewerb, den Schüler einer Grundschule in Bozeman, Montana, gewonnen hatten.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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