21.11.2013
FLUG REVUE

Europäischer RaumtransportArianespace bestellt zehn neue Vega-Raketen

Die Vorstandsvorsitzenden von Arianespace, Stéphane Israël, und European Launche Vehicle – ELV, Pierluigi Pirelli, unterzeichneten am 20. November 2013 einen Vertrag über die Lieferung von zehn Trägerraketen Vega.

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Die neuen Raketen sollen die erwarteten Startaufträge bis Ende 2018 sicherstellen. © Arianespace  

 

Die Raketen sollen ab Ende 2015 ausgeliefert werden und die Startoperationen des kleinsten Mitglieds der Arianespace-Trägerfamilie für die nachfolgenden drei Jahre absichern. Nach zwei erfolgreichen Starts und vier weiteren Missionen im Auftragsbuch sind sich alle Beteiligten in Frankreich und Italien einig, dass die Feststoffrakete Vega bereits fest am Markt etabliert sei. In Deutschland, wo man dem Vega-Projekt von Anfang an skeptisch gegenüber stand, sieht man die Situation nicht ganz so optimistisch. Immerhin verweist man hier auf den noch vorhandenen Bestand russischer Rockot-Raketen, die von dem Bremer Unternehmen Eurockot vermarktet werden und die noch für die nächsten Jahre den Bedarf in dieser Nutzlastklasse decken können. Der bevorstehende Start der Swarm-Satellitenkonstellation mit einer solchen Rakete vom russischen Kosmodrom Plessezk aus gibt diesen kritischen Stimmen Recht.

Nachdem Italien und Frankreich jedoch die Vega-Rakete bei der ESA, nicht zuletzt dank der Hilfe des vormaligen italienischen ESA-Generaldirektors, des aus Italien stammenden ESA-Direktors für Startsysteme und der Politik, „durchgedrückt“ haben, nehmen sie jetzt gemeinsam die nächste Etappe ihrer Raketenkooperation in Angriff: Die künftige Trägerrakete Ariane 6 soll nach ihrem Willen eine komplette Feststoffunterstufe bekommen, was angeblich preiswerter werde und die Transportkosten senken helfe. Wieder hält Deutschland mit seiner Spezialisierung auf Flüssigkeitstriebwerke dagegen und bekämpft diese „Billigrakete“, doch wenn sich die Politik hier nicht stark macht, könnte Deutschland bei künftigen europäischen Raketenprogrammen nur noch eine untergeordnete Rolle spielen.

Jean-Yves Le Gall, ehemaliger Chef von Arianespace und jetziger Leiter der französischen Raumfahrtbehörde CNES, hat jedenfalls schon mal eine „Zielmarke“ für die Arbeitsteilung an der Ariane 6 angepeilt: 50 Prozent Frankreich, 25 Prozent Deutschland, 15 Prozent Italien und der Rest für den Rest. Dann stünde also Deutschland mit einem Viertel gegen eine 65-prozentige Wand aus Franzosen und Italienern? Echte Kooperation sieht anders aus.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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