Artemis-Programm

NASA verschiebt bemannte Mondlandung

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Die NASA hat den sehr ambitionierten Zeitplan für die Missionen Artemis II und III entzerrt.

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Es war ein offenes Geheimnis, dass eine bemannte Mondlandung im Dezember 2025 kaum zu schaffen ist. Nun hat die US-Raumfahrtbehörde den Zeitplan ihres Artemis-Programms offiziell angepasst und die Missionen Artemis II und III jeweils um rund ein Jahr nach hinten verschoben.

Bei einer Pressekonferenz am Dienstag kündigte NASA-Administrator Bill Nelson an, dass Artemis II, die erste bemannte Mondumrundung mit dem Orion-Raumschiff, nun für September 2025 geplant sei. Bislang ging die NASA von einem Start Ende dieses Jahres aus.

Artemis III, die erste Mondlandung seit Apollo 17 vor mehr als 50 Jahren, soll im September 2026 starten. Ziel ist es, die erste Frau und die erste Person of Color auf den Mond zu bringen. Artemis IV, die erste Mission zur lunaren Raumstation Gateway, bei der auch ein europäischer Astronaut mitfliegen soll, soll weiterhin 2028 stattfinden.

Probleme mit dem Hitzeschild

Der Hauptgrund für die Verschiebung von Artemis II sei die Gewährleistung der Crew-Sicherheit. Nach Abschluss von Artemis I, dem ersten, unbemannten Flug von Orion im Dezember 2022, hatten sich einige technische Probleme gezeigt, darunter mit der Batterie und einer Schaltkreiskomponente, die für die Belüftung und Temperaturregelung zuständig ist. Zudem beschäftigt sich die NASA mit der unerwarteten Erosion des Orion-Hitzeschilds beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Die Untersuchungen sollen im Frühjahr abgeschlossen sein.

© NASA/Joel Kowsky
Das Space Launch System mit der Orion-Kapsel an der Spitze startete am 16. November 2022 vom Launch Complex 39B des Kennedy Space Centers in Florida.
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Der Start war mehrfach wegen technischer Probleme und wegen schlechten Wetters abgesagt worden.
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Hier entlässt die ICPS-Oberstufe der SLS-Rakete Orion auf den eigenständigen Flug zum Mond.
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Orion liefert am 16. November 2022 das erste Bild eines Erdaufgangs seit den Apollo-Missionen.
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In der Kabine der Orion-Kapsel sind vier Kameras installiert. Auf diesem Bild sieht man den männlichen Dummy namens Moonikin Campos.
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Orion ist mit insgesamt 16 Kameras ausgestattet.
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Mit seiner Kamera für die optische Navigation machte Orion diese Schwarz-Weiß-Aufnahme von der Erde.
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Selfie mit dem Mond.
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Mithilfe der vielen Kameras können die NASA-Ingenieure den äußerlichen Gesundheitszustand der Raumkapsel begutachten.
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Das Callisto-Experiment von Lockheed Martin, Amazon und Cisco erprobt Sprachsteuerung und Videotechnologie für künftige bemannte Missionen.
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Eine Kamera an einem der vier Solarpanels des ESM machte dieses Bild von Orion, Mond und Erde während des "Outbound Powered Flyby" am 21. November 2022.
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Am 21. November näherte sich Orion der Mondoberfläche auf bis zu 130 Kilometer an.
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Orions Kamera für die optische Navigation lieferte Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Mondkrater.
© NASA
In diesem Bild vom 27. November 2022 gut zu sehen: Das Haupttriebwerk des ESM, ein AJ10-190, das früher in einem Space Shuttle als Orbital Maneuvering System zum Einsatz kam.
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Orion war am 28. November 2022, dem 13. Missionstag, 432.210 Kilometer von der Erde entfernt - weiter als je ein für Menschen gebautes Raumschiff zuvor.
© NASA
Eine Erdfinsternis aus Sicht von Orion, aufgenommen am 28. November 2022.
© NASA
Am 1. Dezember 2022 zündete Orion sein Haupttriebwerk, um aus der entfernten rückläufigen Mondumlaufbahn zu kommen und den Heimweg zur Erde einzuleiten.
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Bei einem letzten nahen Vorbeiflug kam Orion am 5. Dezember 2022 dem Mond noch einmal nah - der Abstand betrug wie am 21. November nur 130 Kilometer.
© NASA
Die Flugbahn der Artemis-I-Mission im Detail.
© NASA/Kim Shiflett
Am 11. Dezember 2022, 50 Jahre nach der letzten Mondlandung von Apollo 17, landete das Orion-Crewmodul im Pazifik. Damit endete die Artemis-I-Mission erfolgreich.

Die Verschiebung von Artemis III berücksichtige Herausforderungen, vor denen Industriepartner stünden, so die NASA. Der angepasste Zeitplan gebe SpaceX und Axiom Space mehr Zeit für Entwicklung und Tests der Mondlandefähre auf der Basis des Starships sowie des Raumanzugs.

In einem Ende November 2023 veröffentlichten Bericht ging der US-Rechnungshof Government Accountability Office (GAO) sogar davon aus, dass sich Artemis III wahrscheinlich bis 2027 verzögere. Amit Kshatriya, stellvertretender NASA-Administrator für das Mond-Mars-Programm, bezeichnete das neue Startdatum von Artemis III bei der Pressekonferenz als "aggressiv".

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