06.07.2017
FLUG REVUE

Europäisch-japanische Merkur-SondeBepiColombo durchläuft letzte Tests in Flugkonfiguration

Im Oktober 2018 startet mit BepiColombo die erste europäische Forschungsmission zum Planeten Merkur.

Europäische Merkurmission BepiColombo

BepiColombo soll im Oktober 2018 seine Reise zum Merkur beginnen. Foto und Copyright: Airbus  

 

BepiColombo ist ein Gemeinschaftsprojekt der europäischen Raumfahrtagentur ESA und ihres japanischen Pendants JAXA. Die 6,4 Meter hohe und vier Tonnen schwere Raumsonde besteht aus zwei separaten Orbitern: dem Mercury Planetary Orbiter (MPO) der ESA und dem Mercury Magnetospherci Orbiter (MMO) der JAXA. Die beiden Orbiter werden vom Antriebsmodul Mercury Transfer Module (MTM) zu ihrem Ziel gebracht. Für den Hitzeschutz sowie mechanische und elektrische Schnittstellen für den MMO ist das MOSIF (MMO Sunshield and Interface Structure) zuständig.

BepiColombo bei Tests Juli 2017

Die Raumsonde BepiColombo durchläuft in den Niederlanden letzte Testreihen in Flugkonfiguration. Foto und Copyright: Airbus  

 

Die vier Elemente der Raumsonde waren am Donnerstag zum letzten Mal komplett montiert in Europa zu sehen, wie der Hauptauftragnehmer Airbus Defence and Space mitteilte. Die Sonde durchläuft letzte Testreihen am Space Research and Technology Centre der ESA (ESTEC) in den Niederlanden. Nach den Tests der Verbindungs- und Trennsysteme mit dem Trägerraketen-Nutzlastadaptersystem von Arianespace Ende Juli wird die Raumsonde wieder auseinander gebaut. Dabei werden die Modultrennsysteme getestet. 

Weitere Funktions- und Leistungsüberprüfungen folgen im Anschluss an das mechanische Testprogramm und im November wird das Transfermodul einem endgültigen Thermaltest unterzogen. Ende März 2018 wird die Raumsonde nach Kourou transportiert. In Französisch-Guayana werden die vier Komponenten wieder zusammengebaut und auf der Trägerrakete Ariane 5 installiert, deren Start im Oktober 2018 vorgesehen ist. Nach einer Reise von sieben Jahren wird das Transfermodul abgeworfen und die verbleibenden Module erreichen den Merkur im Dezember 2025.

Harsche Bedingungen am Merkur

Das europäisch-japanische Projekt wurde nach dem italienischen Professor Giuseppe "Bepi" Colombo benannt, der maßgeblich am Erfolg der Merkurmission Mariner 10 der NASA in den 1970er Jahren beteiligt war. Nach Mariner 10 und der NASA-Sonde Messenger soll BepiColombo als dritte Mission überhaupt den Merkur erreichen und dort die Besonderheiten seiner inneren Struktur, seines Magnetfelds und dessen Wechselwirkungen mit dem Sonnenwind erforschen. Für Raumsonden sind die Bedingungen am Merkur eine Herausforderung, Merkur ist der kleinste und mit 58 Millionen Kilometern Entfernung sonnennächste Planet. Auch BepiColombo wird mit extremer Hitze und dem Schwerefeld der Sonne zu kämpfen haben.

Airbus leitet als industrieller Hauptauftragnehmer des Projekts ein Konsortium von 83 Unternehmen aus 16 Ländern. Der Konzern hat den MPO entwickelt und gebaut und ist für sämtliche Hardware für die europäische Komponente der Raumsonde verantwortlich. Dazu gehören unter anderem die Thermalsysteme, das elektrische Antriebssystem sowie die Solarpaneele.

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