26.05.2017
FLUG REVUE

Für den Start von kleinen SatellitenBoeing entwickelt wiederverwendbares Raumflugzeug

Gemeinsam mit der DARPA, der Forschungsbehörde des US-Verteidigungsministeriums, arbeitet Boeing an einem Raumflugzeug, das Satelliten ins All bringen soll.

XS-1 Phantom Express von Boeing

Das Raumflugzeug Phantom Express soll kleine Satelliten schnell und kostengünstig ins All bringen. Foto und Copyright: Boeing  

 

Boeing und die DARPA wollen im Rahmen des Experimental-Spaceplane-Programms (XS-1) ein autonomes, wiederverwendbares Raumflugzeug designen, bauen und testen. Das gab der US-amerikanische Luft- und Raumfahrtkonzern am Mittwoch bekannt.

Das Raumflugzeug namens Phantom Express soll eine kleine, einmal verwendbare Oberstufe sowie kleine Satelliten (bis 1361 kg) in den niedrigen Erdorbit transportieren können. Sobald das Raumflugzeug an den Rande des Weltraums (rund 100 Kilometer Höhe) kommt, soll es die Oberstufe mit dem Satellit aussetzen und wieder zur Erde zurückkehren. Phantom Express soll wie ein Flugzeug landen und auch von der Wartung und Vorbereitung auf den nächsten Flug einem modernen Militärflugzeug ähneln. Der Start erfolgt dagegen senkrecht wie eine herkömmliche Rakete.

Angetrieben werden soll das Raumflugzeug von der Größe eines Business Jets von zwei AR-22-Raketentriebwerken von Aerojet Rocketdyne. Die Teile dafür stammen von früheren Haupttriebwerken des Space Shuttles. Der wiederverwendbare Antrieb verwendet Flüssigsauerstoff und Flüssigwasserstoff als Treibstoff.

"Phantom Express soll den heutigen Satellitenstart-Prozess aufbrechen und transformieren und eine neue Startfähigkeit auf Abruf schaffen, die günstiger und mit weniger Risiken erreicht werden kann", sagt Darryl Davis, President von Boeing Phantom Works. Die DARPA spricht von möglichen Startkosten von fünf Millionen Dollar oder weniger. Sobald das XS-1-Programm in die Testphase kommt, sollen innerhalb von zehn Tagen zehn Flüge durchgeführt werden.


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Ulrike Ebner


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