16.09.2010
FLUG REVUE

Boeing kündigt kommerzielle Raumflüge an

Boeings Space Exploration Division und die Space Adventures Ltd. aus Vienna, Virginia, haben eine Vereinbarung über gemeinsame Marketingmaßnahmen getroffen, in deren Mittelpunkt Transportleistungen an Bord kommerziell genutzter Raumkapseln in den erdnahen Raum stehen.

Boeing kündigt kommerzielle Raumflüge an

So etwa wird die Raumkapsel CST-100 aussehen, wenn sie denn realisiert wird. © Boeing  

 

Space Adventures wird demnach Mitfluggelegenheiten an Bord des Crew Space Transportation Vehicles CST-100 von Boeing verkaufen. Potenzielle Kunden sind dafür Privatpersonen, Unternehmen und nichtstaatliche Organisationen, aber auch Bundesbehörden neben der NASA. Boeing selbst will die Kapsel für den Besatzungsaustausch zur Internationalen Raumstation und zu künftigen kommerziellen Plattformen in der Erdumlaufbahn nutzen.(Auch wenn es in diesem Zusammenhang nicht ausdrücklich erwähnt wird, so gibt es doch offizielle Boeing-Grafiken, welche das CST-100 an einer Bigelow-Station zeigen).

Bislang wurden noch keine Preise für die Tickets ins All genannt, weil derzeit noch die Entwicklungsarbeiten für die Kapsel laufen. Erst wenn deren Kosten bekannt sind, kann man über Preise reden. Da bislang alle sieben Flüge von "Weltraumtouristen" zur ISS von Space Adventures organisiert wurden, kann man sich aber wohl an deren Zahlungen orientieren - 20 bis 25 Millionen Dollar pro Teilnehmer! Das CST soll sieben Personen befördern können - zwei Piloten und fünf Passagiere -, an der Spitze von Raketen unterschiedlicher Typen starten und ab 2015 einsatzbereit sein. Nach allen bisherigen Erfahrungen dürfte jedoch dieser Termin mehr als optimistisch angesetzt sein

CST-100 ist ein gemeinsames Projekt von Boeing und Bigelow Aerospace als ihr Beitrag zum NASA-Programm Commercial Crew Development (CCDev). Die Kapsel sieht äußerlich wie das Crew Transportation Vehicle Orion aus, ist aber kleiner als dieses. Genaue Abmessungen sind noch nicht veröffentlicht worden. Weil sie im Gegensatz zu Orion nur für Missionen im erdnahen Raum vorgesehen ist, braucht sie auch keine entsprechende Ausstattung, wie zum Beispiel für Flüge zum Mond. Insgesamt allerdings hängt die Realisierung des Projekts von bindenden Beschlüssen zur CCDev ab, weil man in diesem Falle auf finanzielle Beiträge von der NASA rechnen kann.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
MG


Weitere interessante Inhalte
Heftiger Staubsturm auf dem Mars Kontakt zu NASA-Rover Opportunity abgebrochen

14.06.2018 - Seit eineinhalb Wochen tobt auf dem Mars einer der schwersten Staubstürme, die bisher beobachtet wurden. Der Oppertunity-Rover hat sich mangels Sonne wohl abgeschaltet. … weiter

GRACE-FO Deutsch-amerikanische Zwillingssatelliten starten ins All

23.05.2018 - Eine Falcon-9-Trägerrakete hat die Erdbeobachtungssatelliten am Dienstag von der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien aus in ihre Umlaufbahn gebracht. … weiter

Mission Mars 2020 NASA will Hubschrauber auf dem Mars fliegen lassen

15.05.2018 - Die US-Raumfahrtbehörde will im Rahmen ihrer Rover-Mission Mars 2020 einen kleinen, autonomen Helikopter zum Roten Planeten bringen. … weiter

Ziviles Testknallen über Texas NASA misst Überschall-Knall

08.05.2018 - Die amerikanische Luft- und Raumfahrt-Forschungsbehörde NASA führt im Herbst eine Serie von Überschall-Testflügen über Land durch, um die Akzeptanz der Lärmbelastung durch die Bevölkerung zu prüfen. … weiter

Mars-Mission InSight NASA-Sonde auf dem Weg zum Roten Planeten

07.05.2018 - Am Samstag ist die NASA-Sonde InSight an Bord einer Atlas-401-Trägerrakete gestartet. Mit dabei: die Rammsonde HP3 des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). … weiter


FLUG REVUE 07/2018

FLUG REVUE
07/2018
11.06.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Forschung: Wie Supercomputer Flugzeuge leiser machen
- Flughafen BER: Neue Pläne für Billig-Terminals
- NASA-Mission Insight: DLR bohrt den Mars an
- Erste A380 für Japan
- Mikojan MiG-31K: Risslands gefährliche Hyperschall-Rakete