12.04.2018
FLUG REVUE

Reaction EnginesBoeing und Rolls-Royce investieren in Hyperschalltriebwerk

Das britische Unternehmen Reaction Engines hat mit Boeing und Rolls-Royce zwei weitere namhafte Geldgeber für die Entwicklung des luftatmenden Raketentriebwerks SABRE gewonnen.

SABRE-Triebwerk

Das SABRE von Reaction Engines ist eine Kombination aus Jet- und Raketentriebwerk. Foto und Copyright: Reaction Engines  

 

Boeing HorizonX Ventures, die Risikokapital-Tochter des US-Flugzeugherstellers, und der britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce unterstützen die Entwicklung von SABRE (Synergistic Air-Breathing Rocket Engine) mit 26,5 Millionen Pfund (rund 30 Millionen Euro). Das teilte Reaction Engines am Donnerstag mit.

SABRE ist eine Mischung aus Ramjet- und Raketentriebwerk und soll auch in diesen beiden Modi Raumfahrzeuge antreiben können. Im Jetbetrieb (Mach 0 bis 5) nutzt SABRE als Treibstoff verdampften Wasserstoff und Luftsauerstoff. Im Raketenmodus (bis Mach 25) kommen flüssiger Wasserstoff und mitgeführter flüssiger Sauerstoff zum Einsatz. Die Bodenerprobung des Kerntriebwerks soll 2020 beginnen. Derzeit entsteht ein Testzentrum in Westcott, Großbritannien.

Insgesamt hat Reaction Engines nach eigenen Angaben mehr als 100 Millionen Pfund (etwa 115 Millionen Euro) an Investitionen eingesammelt. Zu den Geldgebern zählen neben Boeing und Rolls-Royce auch BAE Systems und die britische Regierung. Unterstützt wird die Entwicklung des neuartigen Hyperschalltriebwerks auch von der europäischen Raumfahrtagentur ESA und der Forschungsbehörde des US-Verteidigungsministeriums DARPA.

Von der DARPA hat Reaction Engines den Auftrag erhalten, Hochtemperatur-Luftfluss-Tests mit einem Vorkühler durchzuführen. Vorkühler sind eine der Schlüsseltechnologien für SABRE. Sie müssen im Jetmodus die beim Hyperschallflug einströmende, heiße Luft in kürzester Zeit extrem herunterkühlen müssen - von 1000 °C auf -150 °C in Sekundenbruchteilen, und zwar ohne Eisbildung. 


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Ulrike Ebner


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