24.07.2013
FLUG REVUE

Curiosity absolviert den bisher längsten Ein-Tages-Trip

Der Marsrover Curiosity hat am 21. Juli mit 100,3 Metern eine doppelt so lange Wegstrecke zurückgelegt als an jedem Tag seiner bisherigen Mission. Künftig sollen solche längeren Etappen zum normalen Missionsablauf gehören.

Voraussetzung für die Absolvierung dieser Wegstrecke war die ungewöhnlich gute Sicht auf das vor dem Marsauto liegende Gelände, das es den „Fahrern“ im Kontrollzentrum ermöglichte, eine sichere Route auszuwählen. In den nächsten Wochen wollen sie vermehrt die Autonavigationsfähigkeiten des Rovers nutzen, so dass sich dieser seinen Weg selbst suchen kann. Damit sollen solche längere Wegstrecken zur Normalität werden. Die bisher längste Strecke hatte Curiosity bislang am 26. September 2012 mit 49 Metern zurückgelegt. Inzwischen sind gestern noch weitere 62,4 Meter hinzugekommen, womit die Gesamtfahrstrecke nun 1,23 Kilometer beträgt.

Der Trip wurde nur zweimal kurz unterbrochen, damit die Navigationskamera am Mast Panoramaaufnahmen machen konnte, ergänzt von Aufnahmen mit dem Teleobjektiv der Mastcam. Gleichzeitig wurden Bilder während der Fahrt aufgenommen und zur Erde gesendet, um das Gelände richtig einschätzen zu können, vor allem die Abmessungen von Gesteinsbrocken. Somit konnten diese nicht zur Gefahr für das Marsauto werden.

Weil sich in den letzten Monaten herausgestellt hatte, dass die Navcam sehr sensibel auf Temperaturschwankungen reagiert, wurde dem sogenannten B-Seite-Computer an Bord eine neue Software übermittelt. Ohne diesen Ausgleich wäre es sonst möglich, dass die Analyse der Stereobilder vor Ort unterschiedliche Entfernungsangaben ergibt, abhängig von der jeweils herrschenden Außentemperatur. Der A-Seite-Computer hingegen zeigte nicht solche Abhängigkeiten, musste aber zwischenzeitlich wegen eines Speicherproblems stillgelegt werden.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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