05.10.2013
FLUG REVUE

AstronomieDem Big Bang ein Stück näher

Aus Daten des am 17. Juni 2013 abgeschalteten ESA-Weltraumteleskops Herschel haben Wissenschaftler jetzt raffinierte Verwindungen der Reststrahlung des Urknalls gefunden. Damit kamen sie der Aufdeckung der ersten Momente des Universums wieder ein Stück näher.

big bang

Das Licht des Urknalls wurde im Laufe von Jahrmilliarden mehrfach gebogen. © ESA  

 

Ergänzt wurden die Herschel-Beobachtungen mit solchen eines Teleskops in der Antarktis. Die flüchtigen, nur schwer fassbaren Signale haben seit dem Urknall einen langen Weg in der Zeit zurückgelegt und dabei mehrfach Galaxienhaufen und Konzentrationen Dunkler Materie passiert. An diesen sogenannten Gravitationslinsen wurden sie mehr oder weniger stark abgelenkt, was parallel mit der Entdeckung von Gravitationswellen mit Hilfe des ESA-Satelliten Planck einhergeht.

Die kosmische Hintergrundstrahlung (CMB – Cosmic Microwave Background) hat sich rund 380.000 Jahre nach dem Big Bang regelrecht in den Sternenhimmel eingebrannt. Noch heute, rund 14,8 Milliarden Jahre später, können wir sie unter all den Radiowellen im Weltraum „sehen“ – allerdings nur, wenn die entsprechenden Geräte in einem Temperaturbereich von 2,7 Grad über dem absoluten Nullpunkt arbeiten. Winzige Abweichungen im Bereich von wenigen Zehntelmillionen Grad zeigen Dichteschwankungen des frühen Universums im Vergleich zu den heutigen Galaxien und Sternen. Eine äußerst präzise Temperaturkarte des uns umgebenden Weltraums lieferte ebenfalls Planck im März 2013. Beide Satelliten helfen somit, vor allem die sogenannte „Inflationsphase“ des Universums besser zu verstehen, jene ersten Bruchteile von Sekunden nach dem Urknall, als das All sich rasend schnell ausdehnte und unvorstellbare Massenkollisionen ein Meer von Gravitaionswellen aussandten, die wir noch heute nachweisen können.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer


Weitere interessante Inhalte
Vorhersage soll verbessert werden Wettersatellit MetOp-C erfolgreich gestartet

07.11.2018 - Der europäische Wettersatellit MetOp-C ist am 6. November um 21.47 Uhr Ortszeit (7. November 1.47 UHR MEZ) an Bord einer Sojus-Rakete von Kourou aus erfolgreich gestartet. … weiter

Neue europäische Trägerrakete Erster kommerzieller Kunde für die Ariane 6

10.09.2018 - Nach langem Warten kann Arianespace endlich einen weiteren Kunden für die in der Entwicklung befindliche Nachfolgerin der Ariane 5 präsentieren. … weiter

Raumstation zwischen Mond und Erde Das könnte Europa zum ISS-Nachfolger beitragen

06.09.2018 - Thales Alenia Space leitet im Auftrag der europäischen Raumfahrtagentur ESA Untersuchungen zu zwei Elementen für den von der NASA geplanten Lunar Orbital Platform-Gateway (LOP-G). … weiter

Neues von Astro-Alex "Hallo Berlin! I hear you loud and clear!"

05.09.2018 - Der deutsche Astronaut Alexander Gerst hat sich in einem Live-Call von der ISS gemeldet und gibt via Social Media regelmäßig Einblicke in seinen ALL-Tag. FLUG REVUE berichtet von der Horizons-Mission … weiter

Weltraummüll oder Mikrometeorit? ISS-Besatzung muss Leck abdichten

31.08.2018 - Ein zwei Millimeter großes Leck in einer angedockten Sojus-Kapsel hat die Besatzung der ISS am Donnerstag auf Trab gehalten. Der dadurch aufgetretene Druckverlust konnte aber gestoppt werden. … weiter


FLUG REVUE 12/2018

FLUG REVUE
12/2018
05.11.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Raumfahrt Extra
- Wettbewerb: Spar-Jets für Übermorgen
- Neuer britischer Träger: F-35B auf der "Queen Elizabeth"
- Piloten: Die neue Lufthansa-Ausbildung
- A400M in Wunstorf: Erste Einsatzerfahrungen