13.03.2014
FLUG REVUE

NASA-ForschungsberichtDer Klimawandel scheint unumkehrbar, wird aber langsamer

Die NASA hat eine neue Studie veröffentlicht, nach der das Klima unseres Planeten bis zum Ende dieses Jahrhunderts immer wärmer werden wird – indessen verläuft dieser Prozess weniger rapide, als ursprünglich angenommen.

klimawandel NASA-Grafik

So etwa könnten sich bis 2099 die mittleren Jahrestemperaturen auf der Nordhalbkugel verändern. Die Temperatur am Nordpol würde um etwa vier Grad Celsius gegenüber heute steigen. © NASA  

 

Berücksichtigt wurden vor allem die Ausstoßmengen an Treibhausgasen, die kontinuierlich wachsen. Drew Shindell, Klimatologe am Goddard Institute for Space Studies der NASA in New York, prognostiziert auf der Grundlage von 150 Jahren Klimadatenerfassung eine um noch deutliche höhere Erwärmung bis 2099, die aber geringer ausfällt als bislang prognostiziert.

Seit 1951 sind die globalen Temperaturen um 0,12 Grad Celsius pro Dekade gestiegen. Wegen des Anstiegs der Mengen an Treibhausgasen in der Erdatmosphäre ging dieser Anstieg allerdings auf 0,05 Grad ab 1998 zurück, weil die Atmosphäre offensichtlich weniger empfindlich auf den Anstieg an Kohlendioxid reagiert. Das wurde auch im Fünften Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change vom vergangenen Jahr bestätigt.

Würde der Ausstoß an Treibhausgasen im gegenwärtigen Umfang weitergehen – mit einem Wachstum von rund einem Prozent pro Jahr – dann stiegen nach den jüngsten Daten dennoch die Temperaturen in geringerem Maße als erwartet. Zudem wurde in der Vergangenheit der Einfluss von Aerosolen auf Klimaveränderungen nur einseitig betrachtet. In der Regel ging man davon aus, dass ein höherer Anteil an Staubteilchen oder Flüssigkeitströpfchen, wie sie beispielsweise bei Vulkanausbrüchen und mittels der Auto- oder Industrieabgase in die Atmosphäre gelangen, auch zu einer stärkeren Erwärmung führt. Mittlerweile weiß man aber, dass ein erheblicher Anteil solcher Aerosole auch einen kühlenden Effekt bewirken kann. Schließlich wurden bisherige Aussagen immer im globalen Maßstab getroffen, wo doch die Nordhalbkugel dank der größeren Landmasse mehr auf Klimaänderungen wirkt. Hier wird auch die weitaus größte Menge der vom Menschen verursachten Treibhausgase in die Atmosphäre abgegeben. Die Daten zeigen, dass der Klimawandel zwar weitergeht, aber weitaus weniger alarmierend verläuft.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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