16.04.2015
FLUG REVUE

Ansicht des PlanetenDer Mars im Großformat

Bisher gab es den Mars im Streifenformat, Bahn um Bahn sorgfältig mit der europäischen Sonde Mars Express abgeflogen und zu dreidimensionalen Höhenmodellen und Perspektivbildern verarbeitet - nun haben die Planetenforscher des DLR erstmals diese unterschiedlichen, 50 bis 100 Kilometer breiten Streifen zu einer großformatigen und einheitlichen Karte zusammengefügt.

marskarte

Der Mars als Kartenwerk aus 30 Quadranten. © ESA/DLR  

 

2,3 Millionen Quadratkilometer Oberfläche deckt das erste Mosaik ab, das sich über die weitläufige, kraterübersäte Hochlandregion des Roten Planeten, Teile des Ausflusstals Ares Vallis, des chaotischen Gebiets Aram Chaos oder auch die Ebenen Meridiani Planum und Chryse Planitia erstreckt. „Gerhard Mercator und Carl Friedrich Gauß haben die Erde vermessen, wir folgen mit unserer Vermessung des Mars ihrer Tradition“, sagt Prof. Ralf Jaumann, DLR-Planetenforscher und wissenschaftlicher Leiter der hochauflösenden Stereokamera HRSC auf der Mars-Express-Sonde.

Das Mosaik erstreckt sich über 1800 Kilometer von Nord nach Süd und 1300 Kilometer von Ost nach West. Für dieses Produkt wurden einzelne Stereo- und Farbbilder von insgesamt 89 Orbits um den Mars verwendet und zusammengefügt. Die Streifen wurden in unterschiedlicher Auflösung, bei verschiedenen Sonnenständen und unterschiedlichem Wetter aufgenommen. Die Herausforderung war es danach, diese ohne sichtbare Grenzen miteinander zu einem großen Ganzen zu kombinieren. Dafür müssen die geometrischen Beziehungen der einzelnen Bilder zueinander und ihre geographische Lokalisierung mit hoher Präzision bestimmt werden, damit eine genaue und globale Vermessung des Mars entstehen kann.

Die Daten für diese flächendeckende Topographie des Mars wurden mit der HRSC (High Resolution Stereo Camera) der ESA-Raumsonde aufgenommen, die seit dem 25. Dezember 2003 um den Roten Planeten kreist. Neun Sensoren nehmen dabei die Oberfläche des Planeten aus verschiedenen Blickwinkeln auf und ermöglichen es so, dass der Mars in hoher Auflösung, in Farbe und mit der dritten Dimension - der Höhe - kartiert werden kann. Mittlerweile hat HRSC im Verlauf der insgesamt mehr als 14.000 Orbits um den Planeten eine Datenmenge von insgesamt 293,34 Gigabyte aufgezeichnet und zur Erde übertragen. Damit liegt für rund 70 Prozent der Marsoberfläche eine Abdeckung mit Bildauflösungen von zehn bis 20 Metern vor, die für die 3D-Kartierung mit höchster Genauigkeit verwendet werden. Zusätzliche Datensätze werden weiterhin aufgenommen und analysiert. Die Abdeckung mit Bildauflösungen bis hundert Meter beträgt bereits 97 Prozent.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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