08.04.2013
FLUG REVUE

Drei Jahre Cryosat

Vor drei Jahren, am 08. April 2010 wurde der ESA-Eisforschungssatellit CryoSat 2 vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan gestartet. Seitdem liefert er hochgenaue Daten über die Eismassen vor allem im Umfeld der Polgebiete unseres Heimatplaneten.

CryoSat 2 gibt den Wissenschaftlern einen tieferen Einblick in die Entwicklung der Eisbedeckung von Arktis, Antarktis, Grönland und Gebirgsgletschern. Je genauer die Informationen in Klimamodelle einbezogen werden können, umso besser werden die Voraussagen der Klimaentwicklung. Die Massenbilanz der Eisschilde ist aber auch für die Berechnung der globalen Meeresspiegelhöhe wichtig. So hat ein internationales Team um Forscher des University College London erst kürzlich ermittelt, dass das Eis der Arktis seit 2008 um etwa 4300 km³ in der Herbstzeit und 1500 km³ im Winter abgenommen hat. An der Erarbeitung der Studie waren auch Mitarbeiter des Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung Bremerhaven beteiligt.

Der ESA-Satellit ist der erste, der aufgrund seiner hochgenauen Radarhöhenmessungen außer der Eisdicke auch die Höhe des Meeresspiegels und die Höhe des auf dem Meer schwimmenden Eises über der Meeresoberfläche, die sogenannte Freibordhöhe, genau bestimmen kann. Die hohe Genauigkeit der Radarmessungen ermöglicht nun auch wesentlich bessere Bestimmungen der Meereshöhe in Küstennähe sowie von Binnenseen. Bisherige Satellitenhöhenmesser auf Radarbasis hatten am Boden eine Auflösung von 5 x 5 Kilometern, zu wenig für die Erfassung von Küstenlinien und kleineren Binnengewässern. Demgegenüber wurde die Leistung von SIRAL, dem CryoSat-Höhenmesser mit einer Auflösung von 300 Metern dramatisch verbessert.

Ursprünglich war für Cryosat eine operative Lebenszeit von drei Jahren geplant, die nun abläuft. Die Daten, die Auskunft über den Zustand des Satelliten geben, zeigen aber, dass er sehr zuverlässig arbeitet und ausgezeichnete Messergebnisse liefert. Daher wurde eine Verlängerung der Mission bis 2017 beschlossen. Der verantwortliche Programm-Manager der ESA, Tommaso Parinello, ist sogar überzeugt, dass der Satellit insgesamt mindestens zehn Jahre arbeiten kann.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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