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Ein Schweifstern entsteht

Zielkomet der Mission Rosetta wird aktiv

Der Komet 67P/Tschurjumov-Gerassimenko, Ziel der ESA-Mission Rosetta, hat begonnen eine Staubkoma auszubilden. Das zeigt eine Abfolge von Bildern, die das wissenschaftliche Ka-merasystem OSIRIS zwischen dem 27. März und dem 4. Mai dieses Jahres aufgenommen hat.

In den Bildern, die von Ende April stammen, ist der Staub, den der Komet ausspuckt, bereits als entstehende Koma klar erkennbar. Die Staubhülle reicht etwa 1300 Kilometer ins All. Wissenschaftler des OSIRIS-Teams präsentierten diese neuen Ergebnisse bei einem Treffen am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS). Nähern sich Kometen der Sonne, verdampfen leichtflüchtige Gase von ihrer Oberfläche und reißen Fontänen aus winzigen Staubteilchen mit sich. Gase und Staub bleiben durch die Schwerkraft zum Teil an den Kometenkern gebunden und speisen die so genannte Koma, die Atmosphäre des Kometen.

Noch trennen den Schweifstern mehr als 600 Millionen Kilometer von der Sonne. Das entspricht mehr als dem Vierfachen des Abstandes zwischen Erde und Sonne. Dass der Komet schon früh beginnt aktiv zu werden, bietet Forschern die Gelegenheit, Staubentwicklung und Strukturen innerhalb der Koma bereits in einer frühen Missionsphase zu untersuchen. Aus den periodischen Helligkeitsänderungen, die der Komet im Laufe mehrerer Stunden zeigt, konnte das OSIRIS-Team nun auch die Zeit berechnen, die der Körper für eine Umdrehung benötigt. Mit 12,4 Stunden ist diese Zeitspanne etwa 20 Minuten kürzer als bisher angenommen.

Das wissenschaftliche Kamerasystem OSIRIS wurde von einem Konsortium unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Zusammenarbeit mit CISAS, Universität Padova (Italien), Laboratoire d'Astrophysique de Marseille (Frankreich), Instituto de Astrofísica de Andalucia, CSIC (Spanien), Scientific Support Office der ESA (Niederlande), Instituto Nacional de Técnica Aeroespacial (Spanien), Universidad Politéchnica de Madrid (Spanien), Department of Physics and Astronomy of Uppsala University (Schweden) und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze der TU Braunschweig gebaut. OSIRIS wurde finanziell unterstützt von den Weltraumagenturen Deutschlands (DLR), Frankreichs (CNES), Italiens (ASI), Spaniens (MEC) und Schwedens (SNSB).

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