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Erdbeobachtung aus dem All

Mexiko in der Zange zwischen zwei Tropenstürmen

Mexiko hat derzeit mit den dramatischen Folgen zweier Wirbelstürme zu kämpfen, die fast gleichzeitig über das Land hinwegzogen. Beobachtungsdaten des NASA-Satelliten TRMM zeigen das Ausmaß der enormen Regenfälle.

TRMM (Tropical Rainfall Measuring Mission) sammelte diese Daten am 16. September, und daraus konnten Wissenschaftler dreidimensionale Bilder vom Ausmaß des Schreckens errechnen. An diesem Tag entwickelte sich der Sturm über dem Golf von Mexiko, wanderte mit rund sieben Kilometern pro Stunde und Windgeschwindigkeiten von bis zu 35 km/h weiter in Richtung des Bundesstaates Tamaulipas und ebbte einen Tag später weiter östlich wieder ab. Teilweise wurden aber auch Windspitzen von 100 km/h gemessen. Über dem Golf zeigte sich, dass örtlich bis zu 50 Millimeter Regen pro Quadratmeter und Stunde fielen, und obwohl sich später über Land die Regenmenge verringerte, haben doch die Einwohner der betroffenen Gebiete mit den Folgen starker Überschwemmungen zu kämpfen. Auch hier fielen im Durchschnitt 35 Millimeter Wasser, örtlich sogar bis zu 63 Millimeter.

Die Messungen von TRMM begannen in einer Höhe von 14 Kilometern, doch zeigen die Daten an, dass die schweren Regenwolken noch viel höher reichten. Weil der Sturm auf seinem Weg nach Westen die Sierra Madre überqueren musste, wo die Berge bis zu 3000 Meter emporragen, regnete es hier besonders stark. Die Wassermassen machten aus kleinen Flüsschen zerstörerische Sturzfluten, die Erdrutsche auslösten und sich dann mit gewaltiger Kraft in die Ebenen ergossen.

Satelliten der NASA und der US-Wetterbehörde NOAA hatten die Entstehung und Bewegungsrichtung des Tropensturms Ingrid bereits seit dem 13. September verfolgt, so dass für die betreffenden Gebiete Sturmwarnung ausgelöst werden konnte. Weil aber zur gleichen Zeit der Hurrikan Manuel von der Pazifikküste her über das Land hereinfiel, mussten bisher 42 Todesopfer beklagt werden. Dort sitzen im Badeort Acapulco rund 40.000 Touristen inmitten der drei Meter hohen Fluten fest. Im ganzen Land haben Zehntausende Menschen ihre Wohnungen verlassen und Zuflucht in Notunterkünften gesucht.

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