17.12.2018
FLUG REVUE

Private Raumfahrtfirma Rocket LabErster Start von NASA-Kleinsatelliten unter VCLS-Vertrag

Das US-amerikanische/neuseeländische Unternehmen Rocket Lab hat am 16. Dezember erstmals Kleinsatelliten für die amerikanische Raumfahrtagentur NASA gestartet. Der Start fand im Rahmen des Venture Class Launch Services-Vertrages (VCLS) statt.

Rocket Lab - Start der ersten NASA-Kleinsatellitenmission im Rahmen des VCLS-Vertrags

Start der ersten NASA-Kleinsatellitenmission des privaten Unternehmens Rocket Lab im Rahmen des VCLS-Vertrags. Foto und Copyright: Rocket Lab  

 

Die Rakete Electron der privaten Raumfahrtfirma hob um 19.33 Uhr Ortszeit vom neuseeländischen Startkomplex Māhia Peninsula ab. Die Mission trägt den Namen ELaNa-19 (Educational Launch of Nanosatellites) und brachte 13 Satelliten mit einer Gesamtnutzlast von 78 Kilogramm in einen erdnahnen Orbit. Sie wurden 56 Minuten nach dem Start ausgesetzt. 

Erstmals wurden damit Kleinsatelliten im Rahmen des sogenannten Venture Class Launch Services-Vertrags (VCLS) gestartet. Mit diesem Vertrag ermöglicht die NASA in ihrem Startdienst-Programm LSP (Launch Services Program) Kleinsatelliten, auch CubeSats, microsats oder Nanosatelliten genannt, den Zugang zu einem erdnahen Orbit. Somit sollen kleine Satelliten nicht mehr nur dann ins All gebracht werden können, wenn bei der Planung für Starts mit großen Raketen entsprechend Platz übrig bleibt. Die NASA hat den VCLS-Vertrag mit den drei Firmen Rocket Lab, Firefly Space Systems und Virgin Galactic geschlossen. So sollen in den nächsten drei Jahren mehr als 50 Kleinsatelliten den Weg ins All antreten.

Kleinsatelliten: kostengünstig und vielseitig einsetzbar

Kleinsatelliten bieten der NASA eine Plattform für die Erkundung sowie für wissenschaftliche Forschung und die Demonstration von Technologien zu vergleichsweise niedrigen Kosten. Geeignet sind die Satelliten für die Erkundung von Planeten im Weltraum, die Erdbeobachtung und Erd- und Weltraumforschung. Auch für die weitere Entwicklung der Laserkommunikation oder der Satellit-zu Satellit-Kommunikation lassen sie sich heranziehen. Die kleinen Satelliten werden nicht nur von der NASA entwickelt. Studenten, Universitäten oder Non-Profit-Organisationen erhalten ebenfalls die Möglichkeit, eigene Satelliten zu entwickeln und diese zu betreiben.

Heutzutage werden Kleinsatelliten bereits für die Bereitstellung von Bilddaten zur Überwachung, Analyse und zur Katastrophenhilfe verwendet. In Zukunft denkbar ist eine Anwendung bei der Verfolgung von Schiffs- und Flugzeugrouten, für verbesserte Wettervorhersage oder die Bereitstellung einer schnelleren Internetverbindung.

Rocket Lab hat mit dem jüngsten Start in Māhia Peninsula im Jahr 2018 bei drei Mission 24 Satelliten in den Weltraum gebracht. Die Startrakete erhält für jeden Start einen eigenen Namen. Dieses Mal wurde sie "This One´s For Pickering" getauft, nach dem neuseeländischen Wissenschaftler und ehemaligen Direktor des NASA Jet Propulsion Lab, Sir William Pickering.

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Astrid Kuzia


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