07.09.2013
FLUG REVUE

SatellitenastronomieESA stellt Spektrometer für Webb fertig

Die ESA hat die Entwicklung des Spektrografen für das nahe Infrarot, NIRSpec, abgeschlossen, des zweiten von ihr für das internationale James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) bereitgestellten Instruments. Der Satellit ist ein Gemeinschaftsvorhaben der NASA, der ESA und der kanadischen Raumfahrtagentur. Es soll 2018 gestartet werden und die Nachfolge des Hubble-Weltraumteleskops antreten.

nirspec

NIRSpec ist eines von vier wissenschaftlichen Instrumenten von Webb. © Astrium  

 

Das Teleskop – der Einfachheit halber stets nur kurz als „Webb“ bezeichnet - wird aus einem segmentierten Hauptspiegel mit einem Durchmesser von insgesamt 6,5 Metern bestehen, womit ein neuer Größenrekord für derartige Geräte aufgestellt wird. Dieser Spiegel leitet die Lichtstrahlen an vier hochkomplexe wissenschaftliche Instrumente weiter, darunter den NIRSpec-Spektrografen, der für die ESA von der Astrium GmbH in Deutschland gebaut wurde. Damit soll die Strahlung der ersten Sterne und Galaxien aufgespürt werden, die sich im frühen Universum in einer Zeit etwa 400 Millionen Jahre nach dem Urknall gebildet haben, als sich das All von seinem heutigen Zustand ca. 13,8 Milliarden Jahre später noch deutlich unterschied.

Das Instrument wird das von diesen Himmelskörpern empfangene Infrarotlicht in einzelne Wellenlängen zerlegen und den Wissenschaftlern dadurch wichtige Informationen zu der Entfernung, chemischen Zusammensetzung, den dynamischen Eigenschaften und dem Alter dieser Objekte liefern. NIRSpec wird in der Lage sein, bis zu 100 Beobachtungsziele gleichzeitig ins Visier zu nehmen. Es wurde dafür in Europa anspruchsvollen Funktionstests unterzogen. Bis Ende des Monats erfolgt die Übergabe an die NASA, die es in das Instrumentenmodul des JWST integrieren und im Verlauf des Zusammenbaus des fertigen Teleskops nochmals testen und kalibrieren wird. Das fertige JWST soll 2018 an Bord einer Ariane 5 von Europas Raumflughafen Kourou in Französisch-Guayana aus gestartet und anschließend auf seinem 1,5 Millionen Kilometer von der Umlaufbahn der Erde um die Sonne entfernten Orbit, dem so genannten Lagrange-Punkt L2, positioniert werden, wo sich die Schwerkraft der Sonne und der Erde die Waage halten. Webb und seine Instrumente werden dort, geschützt von einem riesigen Sonnenschild, auf Temperaturen unter -233 °C gekühlt und über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren wissenschaftliche Beobachtungen vornehmen.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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