02.05.2015
FLUG REVUE

Raumflug-KooperationESA unterstützt Japans Asteroidenmission Hayabusa-2

Eine ESA-Bodenstation ist bereit, Japans Raumsonde Hayabusa-2 zu unterstützen, die derzeit auf dem Weg zu einem noch wenig erforschten Asteroiden ist. Dank dieser Hilfe wird der Raumflugkörper mehr wissenschaftliche Ergebnisse auf seiner waghalsigen Mission sammeln können.

hayabusa 2

Die Sonde wird einen deutsch-französischen Landekörper auf dem Asteroiden absetzen. © JAXA  

 

Im Dezember 2014 wurde die japanische Raumsonde Hayabusa 2 ins All transportiert. Der Start verlief problemlos und die Sonde ist nun auf ihrem Weg zum kohlenstoffreichen Asteroiden 1999 JU3, den sie im Juni 2018 erreichen soll. Am Asteroiden angekommen, wird Hayabusa 2 seine Oberfläche zunächst im Detail untersuchen, bevor die Sonde drei winzig kleine Drohnen ausklinkt, die auf dem Asteroiden landen sollen. Hayabusa-2 hat außerdem den Asteroidenlander MASCOT an Bord, der gemeinsam vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und der französischen Weltraumagentur entwickelt wurde. Der Roboter ist mit einem Hüpfmechanismus ausgestattet, der es ihm erlaubt, die Miniwelt des Asteroiden von mehreren Standorten aus zu erkunden.

Die Sonde wird darüber hinaus Sprengstoff nutzen, um einen Kupfer-Impaktor in den Asteroiden, der einen Durchmesser von 980 Metern hat, zu schießen. Anschließend wird sie die durch diesen Vorgang gelösten Geröllfragmente in einem komplexen „touch-and-go“-Manöver aufnehmen. Hayabusa-2 bringt die Fragmente dann bis 2020 zurück zur Erde. Dabei wird die ESA Japan zum ersten Mal bei einer Deep-Space-Mission unterstützen. Die ESA-Bodenstation in Malargüe in Argentinien, die über eine Antenne mit einem Durchmesser von 35 Metern verfügt, wird bis zu 400 Stunden Tracking-Support liefern und Funkkontakt mit dem japanischen Satelliten herstellen, während der Asteroid 135 Millionen bis 210 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt durch das Sonnensystem fliegt.

Ferngesteuerte Befehle der Missionsüberwacher bei der japanischen Weltraumbehörde Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) werden über das ESTRACK-Kontrollzentrum beim Europäischen Raumflugkontrollzentrum der ESA (ESOC) in Darmstadt an die Bodenstation in Malargüe übertragen. Dank dieser ausgeklügelten Technologie und des Standorts der ESA-Station wird Hayabusa-2 erheblich mehr wissenschaftliche Daten liefern und auch in der Zeit Bericht erstatten können, wenn die japanischen Stationen die Sonde aufgrund ihrer Position nicht überwachen können.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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