30.09.2016
FLUG REVUE

Landung auf Komet TschuriFinale für Rosetta

Am Freitag ist die spektakuläre Rosetta-Mission der ESA und des DLR zu Ende gegangen. Die ESA bestätigte, dass die Sonde gezielt auf dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko abgestürzt ist.

Landung der Rosetta-Sonde

Am 30. September endet die Kometenmission von ESA und DLR mit der Landung von Rosetta. Foto und Copyright: ESA  

 

Lander Philae bekam am Freitag auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko, kurz Tschuri, Gesellschaft: Die Raumsonde Rosetta, die bisher um den Kometen kreiste, wurde gezielt zum Absturz gebracht. Der letzte Kontakt zu Philae fand am 9. Juli 2015 statt, mit Rosetta hörte die Kommunikation am 30. September um 13.18 Uhr mit dem Aufschlagen auf der Oberfläche auf. Damit endet die Mission der europäischen Raumfahrtagentur ESA und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

"Natürlich ist es in gewisser Weise ein sentimentaler Anlass, wenn eine Mission, an der man über zwei Jahrzehnte gearbeitet hat, mit so einem Impakt endgültig zu Ende geht", sagt Philae-Projektleiter Dr. Stephan Ulamec vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). "Andererseits haben wir so viele Daten gewonnen, dass man auch nicht traurig sein sollte."

Gegen 10 Uhr wurden die letzten Kommandos vom europäischen Kontrollzentrum ESOC in Darmstadt zur Sonde geschickt. Die Landung erfolgte um 12.38 Uhr. Aufgrund der Signallaufzeit von 40 Minuten wurde das Ende der Mission um 13.18 Uhr vom ESOC bestätigt. 

Datenanalyse wird noch Jahre dauern

Rosetta sank langsam in Schrittgeschwindigkeit aus einer Höhe von 19 Kilometern auf die Kometenoberfläche, führte letzte Messungen durch und nahm Fotos auf. Mehrere Instrumente waren während des Abstiegs eingeschaltet. Noch rund 15 Sekunden vor dem Aufschlag sollte das letzte Foto aufgenommen und zur Erde gesendet werden. Rosetta landete in der Ma’at-Region - auf dem Kopf des "entenförmigen" Kometen, wo sich auch Philae befindet.

Mit Rosettas Aufprall findet eine Mission ihr Ende, die am 2. März 2004 ins All startete. Philae landete am 12. November 2014 auf dem Kometen. Weil die Harpunen sich beim ersten Oberflächenkontakt nicht verankerten, hüpfte der Lander weiter und blieb schließlich an einem schattigen Ort liegen. 55 Stunden lang lieferte Philae wissenschaftliche Daten, bevor seine Primärbatterien leer waren. Am 13. Juni 2015 meldete sich Philae zurück, seine zweite, wiederaufladbare Batterie hatte genügend Sonnenenergie erhalten. Seit dem 9. Juli herrschte allerdings Funkstille.

Auch wenn die Mission nun offiziell endet, so wird die Analyse der bisher gewonnenen Daten die Wissenschaftler noch viele Jahre beschäftigen. "Die Resultate werden unser Bild von Kometen über viele Jahre prägen und unser Verständnis zur Entstehung des Sonnensystems und zu den Ursprüngen des Lebens vertiefen", sagt Ulamec. Und die nächste Mission zu einem kleinen Himmelskörper ist bereits unterwegs: Zurzeit fliegt Lander Mascot an Bord der japanischen Hayabusa-2-Sonde zum Asteroiden Ryugu und soll dort im Sommer 2018 ankommen. Mascot wird dann vom DLR-Kontrollraum in Köln aus auf dem Asteroiden landen. Mit der Mission AIM (Asteroid Impact Mission) und dem Lander Mascot 2 ist zudem eine weitere Mission zum einem Asteroiden als möglicher Kandidat für eine zukünftige Mission im Rennen.

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Ulrike Ebner


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