22.06.2015
FLUG REVUE

Fliegende SternwarteSOFIA startet Wissenschaftsflüge in Neuseeland

Die fliegende Sternwarte SOFIA (Stratosphären Observatorium für Infrarot Astronomie), ein Gemeinschaftsprojekt der NASA und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, ist am 19. Juni 2015 zum ersten Beobachtungsflug der diesjährigen Neuseeland-Kampagne gestartet.

Boeing 747SP SOFIA Begrüßung Neuseeland

Die Feuerwehrt von Christchurch begrüßt die fliegende Sternwarte. Foto und Copyright: DLR  

 

In den kommenden fünf Wochen sind 14 Forschungsflüge mit dem US-amerikanischen Instrument FORCAST (Faint Object InfraRed-CAmera for the SOFIA Telescope) und dem in Deutschland gebauten Ferninfrarotspektrometer GREAT (German REceiver for Astronomy at Terahertz Frequencies) geplant. Dabei werden vor allem Sternentstehungsgebiete in der Großen und der Kleinen Magellanschen Wolke sowie in unserer Milchstraße im Fokus der Wissenschaftler stehen. Mit zwei weiteren Instrumenten und der Sucherkamera des Teleskops soll außerdem eine Sternbedeckung durch den Zwergplaneten Pluto beobachtet werden.

Von seinem Heimatflughafen in Palmdale, Kalifornien, war das fliegende Observatorium bereits am 12. Juni in Richtung Hawaii gestartet, wo die Maschine während eines vierstündigen „Pitstops“ aufgetankt und das Pilotenteam ausgewechselt wurde. Den siebenstündigen nächtlichen Flug nutzten die Wissenschaftler an Bord, um mit dem Instrument FORCAST Gas- und Staubwolken im Galaktischen Zentrum, also dem Herzstück unserer Milchstraße, zu beobachten. Weitere zehn Stunden dauerte der Flug von Honolulu nach Christchurch, wo SOFIA am 14. Juni von gespannten Planespottern erwartet wurde. Bis zum 20. Juli wird ein Team von mehr als 100 Mitarbeitern, darunter Wissenschaftler, Piloten, Wartungsmannschaften und Teleskop-Operateure, die Messkampagne vor Ort durchführen.

Damit die SOFIA-Mission in Neuseeland wieder erfolgreich wird, bekam das Observatorium inzwischen auch Beistand „von oben“: Am 15. Juni überbrachte eine Abgeordnete der Ngāi Tahu-Maori den Segen der Ureinwohner Neuseelands für ein gutes Gelingen der diesjährigen Kampagne, die besonders spannend wird: Am frühen Morgen des 29. Juni gegen fünf Uhr Ortszeit soll mit der Infrarotkamera FLITECAM, der optischen Kamera HIPO und mit der Sucherkamera des Teleskops, dem Focal Plane Imager FPI, eine Sternbedeckung durch den Zwergplaneten Pluto beobachtet werden. Die Art und Weise, wie das Licht des Hintergrundsterns sich beim Durchgang Plutos verdunkelt und nach der Bedeckung wieder aufleuchtet, lässt Rückschlüsse auf die Atmosphäre des Zwergplaneten zu. Dazu ist allerdings ein ausgezeichnetes Timing erforderlich, denn der nur rund 2000 Kilometer breite Schatten des Pluto rast mit rund 80.000 Kilometern pro Stunde über den Südpazifik.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer


Weitere interessante Inhalte
Forschung zu alternativen Treibstoffen DC-8 und A320 ATRA fliegen gemeinsam

12.01.2018 - Die US-Aeronautik- und Raumfahrtbehörde NASA und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) starten Mitte Januar eine Serie von Forschungsflügen über Deutschland. Im Fokus: der Einfluss von … weiter

Jumbo-Jet-Kunden Top 10: Airlines mit der größten Boeing 747-Flotte

11.01.2018 - Viele Jahrzehnte war die Boeing 747 das größte Passagierflugzeug der Welt. Fast jede internationale Airline auf der Welt setzte auf den Jumbo Jet aus Seattle. Wer kaufte die meisten Exemplare der … weiter

Adaptive Flügel Vögel als Vorbild

10.01.2018 - Weniger Treibstoffverbrauch, weniger Lärm: Forscher arbeiten an Flügeln, die ihre Form verändern – ohne Klappen. Bis die Technologie in der kommerziellen Luftfahrt Einzug hält, wird es wohl noch eine … weiter

Bestseller Jumbo Jet Top 10: Auslieferungen Boeing 747-Modelle

03.01.2018 - Bis dato wurden 1539 von 1553 bestellten Boeing 747 ausgeliefert. Der US-Flugzeugbauer bot insgesamt 20 Unterversionen des Jumbo Jets an. Über die beliebtesten Varianten der Boeing 747 gibt unsere Top … weiter

X-Modelle NASA-Luftfahrtforschung: X-Flugzeuge

30.12.2017 - Schneller, leiser, sparsamer: Mit einer Reihe von X-Flugzeugen will die NASA neuen Öko-Technologien zum Durchbruch verhelfen. Bei der Umsetzung könnten auch Branchenneulinge zum Zuge kommen. … weiter


FLUG REVUE 02/2018

FLUG REVUE
02/2018
08.01.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Letzte F-16 aus Fort Worth
- Insolvenz NIKI
- Die Neuen von Cessna
- Sea Lion für die Marineflieger
- Sparwunder Open Rotor
- Passagierjets ohne Piloten?
- Raumstation im Marsorbit?