11.01.2011
FLUG REVUE

Gewitter produzieren Antimaterie

Anhand von Messungen des NASA Satelliten Fermi Gamma-ray Space Telescope stellten Wissenschaftler fest, dass bei Gewitterstürmen auf der Erde in Folge starker Blitze auch Antimaterie erzeugt wird. Dieses Phänomen war bislang völlig unbekannt.

Im Zusammenhang mit dem Auftreten starker elektrischer Entladungen entstehen in Gewitterregionen auch sogenannte Gammastrahlenblitze (TGF - Terrestrial Gamma-ray Flashes). Rund 500 könnten es täglich weltweit sein, von denen aber die meisten unentdeckt bleiben. Diese wiederum resultieren aus dem Zusammenprall von Elektronen und Positronen, ein Vorgang, der auch als Annihilation bezeichnet wird. Das entsprechende Instrument an Bord von Fermi registrierte Gammastrahlungsblitze mit einer Energie von mehr als 511.000 Elektronenvolt.

Fermi soll eigentlich den Sternhimmel nach Gammstrahlungsquellen absuchen, wird aber auch regelmäßig zur Untersuchung des erdnahen Raumes eingesetzt. Seit dem Start im Jahre 2008 wurden bei solchen Beobachtungen rund 130 TGFs nachgewiesen. In einem speziellen Fall stand Fermi über Ägypten, während sich in Zambia, unterhalb des Horizonts, ein starkes Gewitter entlud. Die meisten Antimaterieteilchen annihilierten im Bruchteil von Sekunden beim Zusammenprall mit Luftmolekülen, doch einige gelangten mit nahezu Lichtgeschwindigkeit auch in den erdnahen Raum. Weil sich Elektronen und Positronen entlang des Erdmagnetfeldes bewegen, konnten sie danach von den Bordinstrumenten nachgewiesen werden.




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