06.12.2012
FLUG REVUE

GRAIL erstellt perfekte Schwerekarte des Mondes

Das im September 2011 gestartete NASA-Sondenpaar GRAIL hat aus nur 55 Kilometern Bahnhöhe das Schwerefeld des Mondes hochauflösend kartiert und damit das Gravitationsfeld des ersten Himmelskörpers außerhalb der Erde komplett vermessen.

GRAIL steht für Gravity Recovery and Interior Laboratory und besteht aus zwei baugleichen Sonden, die exakt im gleichen Abstand über die Mondoberfläche fliegen. Sie tragen die Bezeichnungen GRAIL A und B und die Eigennamen "Ebbe" und "Flut". Überquert eine von ihnen ein Gebiet höherer Schwerkraft, wie das zum Beispiel bei Massenkonzentrationen vorkommt, ändert sich die Flughöhe geringfügig. Anhand solcher Abweichungen kann das Schwerefeld genau kartiert werden. Die gewonnenen Daten erlauben Wissenschaftlern einen Einblick in die innere Struktur des Erdtrabanten und in die Entstehungsgeschichte der Gesteinsplaneten unseres Sonnensystems (Merkur, Venus, Erde und Mars).

Die jetzt vorgestellte Karte zeigt bislang nie gesehene tektonische Strukturen, erloschene Vulkane, Ringbassins, Zentralberge von Kratern und zahlreiche kleinere Kraterschüsseln in Bezug auf die Änderungen des Schwerefeldes, die bei ihrer Entstehung auftraten. Sie zeigt aber auch, dass das Gravitationsfeld des Mondes mit keinem der anderen Gesteinsplaneten zu vergleichen ist. Vor allem offenbarte sich, dass die Dicke der Mondkruste um bis zu 20 Kilometer geringer ist als bisher angenommen - zwischen 34 und 43 Kilometern. Das weist wiederum auf gewisse Ähnlichkeiten mit dem Aufbau der Erde hin und nährt die Theorie, dass der Mond einst beim gewaltigen Aufprall eines Himmelskörpers von dieser abgesprengt worden ist.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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