09.07.2013
FLUG REVUE

Grundkonfiguration der Ariane 6 ausgewählt

Sieben Monate nach den auf der ESA-Ministerratstagung gefassten Beschlüssen hat das Projektteam der ESA, das vom CNES unterstützt wird, das von der Industrie vorgeschlagene Konzept für den Träger, der Europas Arbeitspferd für den Zugang zum Weltraum in den 2020er Jahren und darüber hinaus werden soll, gebilligt.

Im November 2012 genehmigten die für Raumfahrt zuständigen Minister der ESA-Mitgliedstaaten auf ihrer Tagung in Neapel die Einleitung von Vorbereitungstätigkeiten für Europas Raumfahrzeugträger der nächsten Generation – die Ariane-6. Mit der Ariane-6 wird angestrebt, den garantierten eigenständigen Zugang Europas zum Weltraum aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Einsatzkosten zu minimieren sowie jegliche Unterstützung für den Einsatz in Zukunft auszuschließen. Von dem neuen Raumfahrzeugträger wurde eine Beförderungsleistung von 3–6,5 Tonnen in die Übergangsbahn zum geostationären Orbit (GTO) gefordert, um sowohl staatlichen als auch kommerziellen Anforderungen zu genügen. Als allgemeine Konfiguration wurde die „PPH“ ausgewählt, welche die Reihenfolge der für die Trägerstufen verwendeten Antriebe (Feststoffantrieb, Feststoffantrieb, kryotechnischer Antrieb) angibt.

Das ausgewählte lineare Multi-P-Konzept beruht auf einer Unterstufenkombination aus vier Triebwerken mit jeweils rund 135 Tonnen Festtreibstoff und bietet auch Synergien mit den Perspektiven für die Weiterentwicklung der Vega. Eine Anordnung von drei Triebwerken nebeneinander dient als erste Stufe, während das vierte Triebwerk als zweite Stufe darüber montiert wird. Die dritte Stufe wird eine angepasste Ausführung der Oberstufe der Ariane-5 ME sein, die mit einem Vinci-Triebwerk und spezifischen Treibstofftanks ausgestattet wird. Die Nutzlastverkleidung mit einem Durchmesser von 5,4 m wird dasselbe Satellitenvolumen fassen wie die Ariane-5. Als nächsten Schritt wird die ESA über einen Ideenwettbewerb die Industrie zu den besten Lösungen für die wichtigsten Arbeitspakete des neuen Startsystems konsultieren. Dabei soll der Industrie bei der Erfüllung der Anforderungen die größte Flexibilität eingeräumt werden. Die Konsolidierung der derzeit laufenden Phase A wird im Rahmen der vorläufigen Überprüfung der Anforderungen (PRR) im Oktober 2013 erfolgen.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer


Weitere interessante Inhalte
Experiment des DLR Alexander Gerst steuert Roboter von der ISS aus

17.08.2018 - Über ein Tablet hat der deutsche ESA-Astronaut von der Internationalen Raumstation aus den humanoiden Roboter "Rollin' Justin" in Oberpfaffenhofen dirigiert und komplexe Aufgaben zusammen mit ihm … weiter

Europäischer Windsatellit Aeolus ist bereit zum Start

09.08.2018 - Eine Vega-Trägerrakete soll den Satelliten der europäischen Weltraumorganisation ESA am 21. August ins All bringen. … weiter

Europäische Raumfahrtagentur Jan Wörner bleibt ESA-Generaldirektor

30.07.2018 - Der ESA-Rat hat den Deutschen Jan Wörner am Freitag auf einer Sondersitzung für zwei weitere Jahre wiedergewählt. … weiter

Europäisches Satellitennavigationssystem Letzter Galileo-Start mit Ariane 5

25.07.2018 - Mit dem erfolgreichen Start von "Tara", "Samuel", "Anna" und "Ellen" am Mittwoch wächst die Galileo-Konstellation auf 26 Satelliten. … weiter

Design-Studien für die ESA Airbus könnte Mars-Proben zur Erde zurückbringen

06.07.2018 - Die europäische Weltraumagentur ESA hat Airbus Defence and Space mit zwei Studien für eine geplante Mars-Mission beauftragt. … weiter


FLUG REVUE 09/2018

FLUG REVUE
09/2018
06.08.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Aktuell: Tempest
- 100 Jahre RAF: Die spektakuläre Jubiläumsschau
- Nahost-Airlines: Das Ende der Luxuswelle?
- Spitzentechnik: Winglets
- AMRAAM-Tests: Eurofighter schießen scharf