18.04.2013
FLUG REVUE

Internationale Raumstation ISS

Die Internationale Raumstation ISS ist ein multinationales Kooperationsprogramm. Bis zu sechs Astronauten und Kosmonauten können die Station in der Erdumlaufbahn gleichzeitig besuchen.

Die Planungsanfänge für die Internationale Raumstation (ISS) gehen auf das Jahr 1979 zurück. Der damalige amerikanische Präsident Ronald Reagan führte das Projekt 1984 offiziell ein, verbunden mit einem Aufruf an andere Nationen, sich an dem Projekt zu beteiligen. Im Frühjahr 1985 verkündeten Japan, Kanada und die ESA (Europa) ihre Mitarbeit. Nachdem 1993 das Konzept überarbeitet wurde, um den finanziellen Aufwand weiter zu reduzieren, schloss auch Russland ein Abkommen mit den USA über die Zusammenarbeit an dem Projekt, da das Ende der russischen Raumstation MIR absehbar war und die Russen aufgrund ihrer großen Erfahrung ein willkommener Partner waren.

Mit dem Start des Moduls Sarja, einer Art Schaltzentrale für Strom, Daten und Treibstoffe, am 20. November 1998 begann die Montage der Raumstation. Eine russische Trägerrakete vom Typ Proton brachte das 20 Tonnen schwere Bauteil in eine Umlaufbahn von 400 km über der Erdoberfläche. Am 4. Dezember 1998 startete das Space Shuttle Endeavour mit dem ersten Beitrag der USA: Unity, einem Knotenstück zwischen den verschiedenen Teilen der Raumstation. Mit dem russischen Modul Zwezda, welches am 12. Juli 2000 ebenfalls mit einer russischen Proton startete, war die Station endlich ausreichend ausgebaut, um am 31. Oktober 2000 die erste Besatzung aufzunehmen. Seitdem folgten nach und nach weitere Teile, wie zum Beispiel das amerikanische Labor Destiny (16 Tonnen schwer, gestartet am 7. Februar 2001).

Der Ausbau der Station verzögerte sich, als Anfang 2003 die Raumfähre „Columbia“ abstürzte. Die Russen konnten die Station zwar mit einigen Versorgungsflügen bemannt halten, der weitere Ausbau konnte allerdings erst im Jahre 2006 mithilfe der Space Shuttles weitergeführt werden. Aufgrund des Zeitplanes für die Pensionierung der Space-Shuttle-Flotte ist mit der Fertigstellung der ISS im Jahr 2010 zu rechnen. Von da an soll sie 15 Jahre in Betrieb bleiben. Im Endausbau wird die Raumstation 107,80 Meter lang sein. Über die Kosten für das Projekt gibt es verschiedene Prognosen, als sicher gilt allerdings, dass die 100-Milliarden-Dollar-Grenze geknackt wird.

Regelmäßig ist die ISS auch mit bloßem Auge als hell leuchtender Punkt am Himmel zu erkennen, am besten unmittelbar vor Sonnenaufgang oder unmittelbar nach Sonnenuntergang, wenn die Raumstation noch vom Sonnenlicht getroffen wird, der Betrachter sich jedoch bereits im Dunkeln befindet. Auf der Internetseite www.heavens-above.com kann man die Überflugzeit der ISS für seinen Standort berechnen lassen.

 

Die Module: 

Zentralmodul Zarya
Das Zentralmodul Zarya war das erste im Weltraum stationierte Modul (20. November 1998) und sichert die Lagestabilisierung sowie die Stromversorgung. Es ist 13 Meter lang, hat einen Durchmesser von 4,5 Metern und ist zirka 20 Tonnen schwer. Gebaut wurde es in Russland, finanziert von den USA.

 

Unity – Node 1
Der Verbindungsknoten ist etwa 5,5 Meter lang und hat einen Durchmesser von 4,6 Meter. Es ist das erste Modul der USA.

 

Zwezda
Zwezda ist das zweite Modul aus Russland. Es bietet der Besatzung Unterkunft, Strom, ein Lebenserhaltungssystem, Kommunikationssysteme, Fluglagekontrolle, Antriebssysteme, sowie die Möglichkeit für unbemannte Versorgungsschiffe anzudocken. Einst als Kern der russischen Raumstation MIR 2 gedacht, ist es nunmehr eine Art Wohnzimmer für die Besatzung.

 

Trägerelement „Z1“
Die Gitterstruktur Z1 enthält Versorgungsteile: vier Gyroskope, Heizung, zwei Antennen für Daten- und Bildtransfer.

 

Destiny
Das US-Labor bietet 24 Experimentenschränke mit austauschbaren Inhalten, an denen die Besatzungsmitglieder Forschungen vornehmen können.

 

US-Ausstiegsmodul JAM (Quest)
Das Modul bietet mit zwei Raumanzügen für amerikanische Astronauten die Möglichkeit, die Station für Weltraumausstiege zu verlassen.

 

 

MPLM (Multi-purpose Logistics Module)
MPLM ist die Bezeichnung für drei in Italien gebaute Module, die dem Transport von Experimenten oder Ausrüstungen zur und von der Station dienen. Die Module sind rund sieben Meter lang haben einen Durchmesser von etwa fünf Metern und eine Eigenmasse von rund 4,6 Tonnen.

 

P6 PVM
Das P6 PVM ist ein Solarzellenmodul, das 64 kW elektrische Leistung für das Bordnetz der Station liefert.

 

Pirs
Pirs (Pier) ist die russische Version des amerikanischen Luftschleusenmoduls Quest, und bietet den Kosmonauten mit zwei russischen Raumanzügen die Möglichkeit eines Weltraumspaziergangs.

 

Kibo
Das japanische Weltraum-Labor bietet zehn Stellplätze für Experimente außerhalb der druck- und luftregulierten Station. Die Versuchsaufbauten werden mit einem Roboterarm nach draußen und wieder zurück geführt.

 

Columbus
Das europäische Labor umfasst 30 Quadratmeter. Es wurde in Italien gebaut, in Bremen ausgerüstet und bietet zehn Laborschränke, fünf davon stehen für europäische Forschungsarbeiten zur Verfügung. Es wurde im Februar 2008 an die ISS angekoppelt.

Technische Daten  

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