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Knappe Entscheidung

Philaes Landeplatz wird „Agilkia“ heißen

Die Insel Agilkia im Nil war 1980 als der neue Standort für den Isis-Tempel ausgewählt worden, als dessen einstiger Bauplatz - die Insel Philae – infolge der Errichtung des Assuan-Staudamms überflutet wurde.

In der ägyptischen Historie hatten die Wettbewerbsteilnehmer gestöbert, Wortschöpfungen wurden erfunden und nach geeigneten Vergleichen gesucht - insgesamt rund 8300 Namens-vorschläge für den Landeplatz J des Landers Philae auf dem Kometen „Tschuri“ wurden beim DLR, der französischen Raumfahrtagentur CNES, der italienischen ASI und der europäischen Weltraumorganisation ESA eingereicht. Das „Steering Committee“ des Landers stimmte als Jury ab und entschied sich für Agilkia, die Insel, auf die der Tempel von Philae versetzt wurde. Mehr als 150 Teilnehmer hatten diesen Namen vorgeschlagen, so dass schließlich das Los entscheiden musste: Gewinner des Wettbewerbs ist der Franzose Alexandre Brouste aus Le Mans.

Allerdings fiel die Entscheidung für den neuen Namen denkbar knapp aus: Der Zweitplatzierte Abydos, der Name einer antiken Stadt am Nil, wurde mit nur einem Punkt Abstand geschlagen. Gerade Ägypten und seine historischen Stätten hatten es vielen Bewerbern angetan, und so gehörten Bigeh, Osiris, Kemet und Memphis zu den oft genannten Namen. Aber auch neue Wortkreationen, bei denen die Teilnehmer das Thema spielerisch angingen, wurden eingereicht: Von Philandujah - bei dem der Jubel Hallelujah gleich enthalten ist - bis zu Philaedelphia und Valojota, dem Tal des griechischen Buchstabens Jota, reichte die Phantasie im Wettbewerb.

Selbst die Star-Trek-Sprache Klingonisch wurde als Vorschlag in den Ring geschickt: Qapla sei das klingonische Wort für Erfolg und deshalb passend, teilte ein Bewerber mit. Vergleiche mit der Mondlandung sorgten für Ideen wie Meer der Ruhe II in Anlehnung an den Landeplatz der Apollo-11-Mondfähre oder auch für den Vorschlag, mit Eagle den Namen dieses Mondlandevehikels auf den Kometen zu bringen. Auch Moby Dick hätte laut einem Bewerber als Name für die Landestelle gepasst: Schließlich habe man den ja auch mit einer Harpune beschossen, und Philae wird sich schließlich beim Aufsetzen ebenso mit zwei Harpunen im Kometenboden verankern.

Am 12. November 2014 soll die erste Landung auf einem Kometen erfolgen. Im Lander Control Center (LCC) des DLR bedeutet dies Schichtdienst rund um die Uhr, um den Lander zu überwachen und zu betreiben. Gegen 9.35 Uhr mitteleuropäischer Zeit soll Philae in 22,5 Kilometern Höhe von der Raumsonde Rosetta abdocken und auf den Kometen heruntersinken. Das Team des LCC rechnet damit, gegen 17 Uhr die Landung bestätigen zu können. Wenn die dafür erforderlichen Daten aus dem Weltall im Kontrollraum in Köln ankommen, steht Philae bereits seit knapp 30 Minuten auf der Kometenoberfläche, denn wegen der großen Entfernung kann der Kontakt nicht in Echtzeit erfolgen.

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