26.03.2014
FLUG REVUE

Rückruf ins LebenKometenlander Philae: Das Ende des Winterschlafs naht

Einen Raketenstart im März 2004, mehrfaches Schwungholen an Erde und Mars, zwei rasante Vorbeiflüge an den Asteroiden Steins und Lutetia - das alles hat der Lander Philae an Bord der ESA-Raumsonde Rosetta bei seinem Flug zum Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko bereits gut überstanden.

Rosetta

Rosetta ist bereits erwacht; nun wird Philae aus dem Winterschlaf zurückgeholt. © DLR  

 

Am 28. März 2014, nach mehr als zweieinhalb Jahren Winterschlaf, nehmen die Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt Philae wieder in Betrieb. Knapp vier Millionen Kilometer trennen Sonde und Lander dann noch vom Zielkometen. Seit dem 8. Juni 2011 hatten die Wissenschaftler keinen Kontakt mehr zu Sonde und Lander. Fast 800 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt, hätte deren Energie nicht mehr ausgereicht, um alle Bordsysteme zu versorgen. Zentralcomputer und Instrumente wurden für mehr als 30 Monate ausgeschaltet, und die Sonde flog schweigend und ohne Verbindung zu den Kontrollräumen auf der Erde durch den Weltraum.

Die ersten Temperaturdaten von Philae haben einige Sensoren des Orbiters geliefert, der bereits am 20. Januar 2014 aus seinem Winterschlaf aufgewacht ist. Inzwischen testeten die DLR-Wissenschaftler mit einem Referenzmodell des Landers die Software, optimierten sie und senden diese am 28. März 2014 an die Raumsonde. Diese aktiviert dann mit den vorgegebenen Prozeduren den Lander und leitet dessen Reaktionen als Daten zur Erde. Sowohl Philae selbst als auch die zehn Instrumente, die er an Bord mit sich führt, müssen in den darauffolgenden vier Wochen auf Herz und Nieren überprüft werden.

Insgesamt gibt es 21 Instrumente auf Rosetta und Philae, mit denen die Planetenforscher den Geheimnissen der Kometen auf die Spur kommen wollen. Kometen bieten den Wissenschaftlern die Möglichkeit, in die Entstehungszeit unseres Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren zu blicken. Wie fliegende Kühlschränke konnten diese Himmelskörper weit entfernt von der Sonne das ursprünglichste Material konservieren. Während zudem auf der Erde dieses Material durch geologische Prozesse immer wieder modifiziert und überlagert wurde, hat die geringe Gravitation der Kometen kaum solche Veränderungen ausgelöst.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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