14.06.2018
FLUG REVUE

Heftiger Staubsturm auf dem MarsKontakt zu NASA-Rover Opportunity abgebrochen

Seit eineinhalb Wochen tobt auf dem Mars einer der schwersten Staubstürme, die bisher beobachtet wurden. Der Oppertunity-Rover hat sich mangels Sonne wohl abgeschaltet.

NASA-Rover Opportunity

Der NASA-Rover Opportunity landete am 25. Januar 2004 auf dem Mars. Foto und Copyright: NASA  

 

Die NASA-Ingenieure haben zuletzt am Dienstag versucht, Kontakt mit dem rund 15 Jahre alten, solarbetriebenen Rover aufzunehmen, allerdings kam kein Signal zurück. Deshalb wird angenommen, dass die Batteriespannung unter 24 Volt gesunken ist und sich Opportunity in einen Niedrigleistungsmodus versetzt hat. In diesem Zustand sind alle Subsysteme mit Ausnahme der Missionsuhr ausgeschaltet. 

Der Grund für den niedrigen Batteriestand des NASA-Rovers ist ein gigantischer Staubsturm, der den Himmel verdunkelt. Der Sturm wurde nach Angaben der NASA erstmals am 30. Mai entdeckt und baut sich seitdem stetig weiter auf. Er bedeckte zuletzt eine Fläche von 35 Millione Quadratkilometern - ein Viertel des Roten Planeten.

Staubstürme sind nach Angaben der NASA nicht überraschend, aber doch selten. Alle drei bis vier Marsjahre (sechs bis acht Erdenjahre) können sie sogar den ganzen Planeten einhüllen und Wochen oder Monate dauern. Der letzte Sturm mit solch globalem Ausmaß war 2007. Bei zu langer Dauer des Sturm bestehe für Opportunity das Risiko, dass der Rover seine energieintensiven Heizelemente nicht mehr betreiben kann, die ihn vor der extremen Kälte auf dem Mars schützen sollen.

NASA-Raumfahrzeuge beobachten den Sturm

Staubsturm auf dem Mars im Juni 2018

Die beiden Aufnahmen des Rovers Curiosity zeigen, wie der Staubsturm innerhalb weniger Tage zugenommen hat. Links ein Bild vom 7. Juni 2018, rechts vom 10. Juni 2018. Foto und Copyright: NASA/JPL-Caltech/MSSS  

 

"Das ist der ideale Sturm für die Marswissenschaft", sagt Jim Watzin, Direktor des Mars-Explorationsprogramms der NASA in Washington. "Wir betreiben eine historische Anzahl an Raumfahrzeugen auf dem Roten Planeten. Jedes davon bietet einen einmaligen Blick darauf, wie sich Staubstürme bilden und verhalten - Wissen, dass für künftige robotische und bemannte Missionen wichtig sind." 

Aktuell befinden sich drei Orbiter in einer Umlaufbahn um den Mars - der Mars Reconnaissance Orbiter, der mit seiner Weitwinkelkamera als Frühwarnsystem für solche Wetterphänomene fungiert, 2011 Mars Odyssey mit einer Infrarotkamera und MAVEN (Mars Atmosphere and Volatile Evolution), der das Verhalten der oberen Atmosphäre und den Gasverlust ins Weltall untersucht. Auf der Marsoberfläche befindet sich neben dem schlafenden Opportunity-Rover zudem auch noch der Rover Curiosity. Anders als Oppurtinity verfügt er über nuklear betrieben Batterien.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
Ulrike Ebner


Weitere interessante Inhalte
GRACE-FO Deutsch-amerikanische Zwillingssatelliten starten ins All

23.05.2018 - Eine Falcon-9-Trägerrakete hat die Erdbeobachtungssatelliten am Dienstag von der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien aus in ihre Umlaufbahn gebracht. … weiter

Mission Mars 2020 NASA will Hubschrauber auf dem Mars fliegen lassen

15.05.2018 - Die US-Raumfahrtbehörde will im Rahmen ihrer Rover-Mission Mars 2020 einen kleinen, autonomen Helikopter zum Roten Planeten bringen. … weiter

Ziviles Testknallen über Texas NASA misst Überschall-Knall

08.05.2018 - Die amerikanische Luft- und Raumfahrt-Forschungsbehörde NASA führt im Herbst eine Serie von Überschall-Testflügen über Land durch, um die Akzeptanz der Lärmbelastung durch die Bevölkerung zu prüfen. … weiter

Mars-Mission InSight NASA-Sonde auf dem Weg zum Roten Planeten

07.05.2018 - Am Samstag ist die NASA-Sonde InSight an Bord einer Atlas-401-Trägerrakete gestartet. Mit dabei: die Rammsonde HP3 des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). … weiter

NASA-Auftrag Lockheed Martin baut leises Überschallflugzeug

04.04.2018 - Überschall ohne Knall: Lockheed Martin ist für das neue Experimentalflugzeug der NASA verantwortlich. Es soll von 2021 an im Flug erprobt werden. … weiter


FLUG REVUE 07/2018

FLUG REVUE
07/2018
11.06.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Forschung: Wie Supercomputer Flugzeuge leiser machen
- Flughafen BER: Neue Pläne für Billig-Terminals
- NASA-Mission Insight: DLR bohrt den Mars an
- Erste A380 für Japan
- Mikojan MiG-31K: Risslands gefährliche Hyperschall-Rakete